Tag 9
Ein Fahrradteil für ein Schulkind in Sambia

Volle Fahrt voraus!

Fahrräder für Kinder in Sambia

Bei Anbruch der Morgendämmerung ist die 13-jährige Lizzie – wie die meisten Mädchen ihres Alters in Sambia – längst auf den Beinen. Sie hat viel zu tun: Jeden Morgen beginnt sie ihren Tag mit dem 2,5 km weiten Weg zum Brunnen, um Wasser für ihre Familie zu holen. Vor der Hütte sitzt sie auf dem Boden und spült in einem Eimer das Geschirr, bevor sie Feuer macht und Trinkwasser abkocht. Als sie noch kein Fahrrad besaß, hat Lizzie die 20 Liter Wasser für ihre Familie jeden Morgen auf dem Kopf getragen. Jetzt kann sie mit dem Fahrrad zum Brunnen fahren und das Wasser sicher festgezurrt auf dem Gepäckträger transportieren. An Schultagen bleibt es für Lizzie auch nach dem Frühstück hektisch. Vor ihr liegen 4,5 km Schulweg. Mit dem Fahrrad ist sie nicht nur viel schneller unterwegs, sondern spart außerdem wertvolle Energie für den Tag. Lizzie träumt davon, Krankenschwester zu werden.

Notwendigkeit

 

Verbesserung der Mobilität für Schulkinder im ländlichen Sambia, wo Distanzen zur Schule groß sind.

Aktivität

 

Fahrradteile werden montiert und Schülerinnen und Schüler erhalten Fahrräder, um damit in die Schule fahren zu können.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl an Fahrradteilen und ausgegebener Fahrräder an sambische Schulkinder.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Kinder sparen Zeit- und Energie und nehmen regelmäßiger am Schulunterricht teil.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die Schulkinder verbessern ihre Schulleistungen, Bildungschancen und erhalten eine Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Hintergrund

Nach Einschätzung der Welt Bank haben allein im ländlichen Raum Afrikas mehr als 450 Millionen Menschen keinen Zugang zu Jobs, Bildung und Gesundheitsversorgung aufgrund mangelnder Transportmöglichkeiten (Global Roadmap of Action Toward Sustainable Mobility, 2019). Dies ist auch in Sambia der Fall. Weit weg von der Hauptstadt Lusaka auf dem Land gibt es keine Schulbusse, keine geteerten Straßen und keine Autobahnen. Die Mehrheit der Menschen dort leben in Häusern ohne Strom und fließend Wasser. Die Wege zur nächsten Wasserquelle oder Schule, zum nächsten Gesundheitszentrum oder Markt sind weit und häufig nur durch mehr als 10 km lange Trampelpfade miteinander verbunden (Schmid D. et al., 2013). Dabei verbringen Frauen und Mädchen weltweit geschätzt 200 Millionen Stunden pro Tag damit Wasser zu holen (Wallace R. A., 2016). Die großen Distanzen führen dazu, dass die Kinder lange Fußmärsche von bis zu 4 Stunden auf sich nehmen müssen, um zur nächsten Schule zu gelangen. Die meisten Schülerinnen und Schüler kommen deswegen häufig zu spät oder fehlen in der Schule. Dies wirkt sich auf die Leistungen aus und nicht selten brechen die Schülerinnen und Schüler die Schule früher ab. Vor allem Mädchen sind davon betroffen, da sie aufgrund kultureller Hintergründe mit Aufgaben im Haushalt einer Doppelbelastung ausgesetzt sind.

Die gute Tat

Mit der heutigen guten Tat spendest Du einem Schulkind in Sambia ein Fahrradteil. Durch Deine Spende und die Spenden vieler weiterer Menschen können Kinder in Sambia mit dem Fahrrad zur Schule fahren, statt zu laufen. Sie können mit dem sogenannten Buffalo-Fahrrad der Organisation World Bicycle Relief die weiten Schulwege in viermal so schnell zurücklegen. Dieses Fahrrad eignet sich besonders für die holprigen Wege im ländlichen Sambia. Es hat einen sehr stabilen Gepäckträger zum Transport von Wasser oder Essen. Dadurch sparen die Kinder im Durchschnitt drei Stunden Zeit ein. So haben sie viel mehr Energie zum Erledigen ihrer Hausaufgaben. Als Folge nehmen die Kinder öfter am Unterricht teil und die schulischen Leistungen verbessern sich. Für die Kinder und ihre Familien erleichtert das Fahrrad den Alltag und erhöht die Bildungschancen der Kinder.

Über Sambia

Lusaka

Hauptstadt

17.100.000

Einwohnerzahl

3.577

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 144 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Allein 45 Prozent der Bevölkerung in Sambia ist unter 15 Jahre alt. Das Land ist dünn besiedelt. Pro Quadratkilometer leben in Sambia durchschnittlich nur 23 Menschen (in Deutschland sind es 232 Menschen pro Quadratkilometer).