Tag 2
Drei Tage Trinkwasser für eine Familie in Bangladesch

Sprudelndes Leben – ungetrübt kostbar

Zugang zu sauberem Trinkwasser

Wer in der Regenzeit die Hauptstadt Dhaka anfliegt, käme nicht auf die Idee, dass Bangladesch unter Wassermangel leiden könnte. Die überschwemmten Reisfelder beginnen gleich neben der Landebahn. Das Land kann sich beim Thema Wasser mit einigen Superlativen schmücken: Zum Beispiel mit dem größten Flussdelta der Welt, dem Gangesdelta, in das die schlammigen Fluten der drei größten Flüsse des Subkontinents fließen. Für drei bis vier Monate im Jahr heißt es außerdem für 60 Prozent der Landesfläche "Land unter". Dann füllt der Monsunregen die Flüsse und wälzt sich in teils kilometerbreiten Strömen durchs Land. Dabei lagern sich wertvolle Sedimente in den Böden ab, die dem Land drei Ernten im Jahr bescheren. Trotzdem haben gerade die Menschen, die auf den Schwemmlandinseln in den Flüssen leben, oft kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Notwendigkeit

 

Sauberes Trinkwasser für Familien auf den Flussinseln in Bangladesch.

Aktivität

 

Der Verein MATI kauft das Material zum Bohren von Wasserpumpen, die die Dorffamilien installieren und nutzen.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Familien, die Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Die Familien haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und Erkrankungen wie Durchfall- und Hauterkrankungen sind rückläufig.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Der Gesundheitszustand der Familien und Menschen verbessert sich und die Kindersterblichkeit sinkt.

Hintergrund

Vom Wasser umgeben – und doch ohne sauberes Trinkwasser. Diese Situation ist die Realität der Familien, die auf den Schwemmlandinseln im Brahmaputra-Char-Becken siedeln. Der Bevölkerungsdruck in Bangladesch ist groß. 157 Millionen Menschen leben auf einer Fläche, die weniger als halb so groß ist wie Deutschland. Das zwingt vor allem die arme Bevölkerung, ihre Hütten dort zu errichten, wo sonst niemand Anspruch auf das Land erhebt: im Flussbett. Nach Angaben der Weltbank (2016) leben im Distrikt Mymensingh 51 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, während es nach Umfragen von MATI e.V. im Schwemmlandgebiet über 80 Prozent sind. Auf den kargen, sandigen Böden gedeihen nur wenige Gemüse- und Reissorten. Das Einkommen der Familien fällt entsprechend gering aus. Insbesondere auch, weil die Ernte teilweise komplett entfällt, wenn der Fluss den Platz zurückfordert. Viele Familien müssen mit zwei Mahlzeiten am Tag auskommen. Das Trinkwasser holen die Familien dann aus Tümpeln oder vom Fluss. Dort wird auch geduscht, die Wäsche, das Geschirr und die Kuh gewaschen und nicht selten die Notdurft verrichtet. Resultat sind Durchfallerkrankungen und eine sehr hohe Zahl an Typhus- und Cholera-Infektionen. Vergleicht man die Gesundheitsdaten mit denen von Familien, die eine Wasserpumpe haben, erkennt man schnell, dass sauberes Wasser der Schlüssel zu Gesundheit ist.

Die gute Tat

Deine gute Tat ermöglicht den Zugang zu sauberem Trinkwasser für Familien auf den Schwemmlandinseln. Sie erhalten Wasserpumpen, die sie gemeinsam mit ihren Nachbarfamilien benutzen. Im Rahmen der guten Tat besorgt der Verein MATI das Material für die Familien: Rohre, Pumpenkopf aus Eisen und Bambusstangen. Unter fachkundiger Anleitung installieren die Dorfbewohnerinnen und Bewohner die Pumpen. Traditionell teilen sich mehrere miteinander verwandte Familien einen Innenhof. Diese gemeinschaftlichen Höfe eignen sich daher hervorragend, um dort für mehrere Familien Pumpen zu errichten. So können mit einer Pumpe mindestens 15 Personen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Die Familien werden Mitglied einer Spargruppe und legen monatlich 0,50 Euro pro Familie für Reparaturen an der Pumpe zur Seite. So ist die Trinkwasserversorgung auch langfristig gesichert.

Über Bangladesch

Dhaka

Hauptstadt

164.700.000

Einwohnerzahl

3.677

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 136 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Rund 80 Prozent des Niederschlags in Bangladesch fallen während der Monsunzeit von Mai bis Mitte Oktober. Bangladesch verfügt über den größten zusammenhängenden Mangrovenwald der Welt.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

MATI e.V.

Website

http://www.mati-net.de

Zertifiziert durch

Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Weiterführende Links