Tag 14
Eine Minute medizinische Hilfe für einen Menschen in der Ukraine

Wenn der Weg zum Arzt zum Sicherheitsrisiko wird

Medizinische Hilfe für Betroffene des Krieges in der Ukraine

Ein bewaffneter Konflikt herrscht seit mehr als fünf Jahren in der Ostukraine. Mit dem Auto braucht man quer durch Europa von Deutschland aus etwa 24 Stunden dorthin. Entlang der Kontaktlinie, wie die Grenze zwischen den pro-russischen Streitkräften und der ukrainischen Armee genannt wird, gibt es etwa 40 bewaffnete Auseinandersetzungen pro Tag. Seit Beginn der politischen und militärischen Krise ist die Lage in den beiden Provinzen der Donbass-Region Donesk und Luhansk alarmierend. Die große Mehrheit der 5,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner leidet unter den sich rapide verschlechternden Lebensbedingungen. Armut, Krankheiten und psychische Erkrankungen sind die Folgen dieses Krieges für die Menschen auf beiden Seiten der Kontaktlinie.

Notwendigkeit

 

Medizinische Behandlung für Menschen in der Ostukraine.

Aktivität

 

Mobile Ärzte-Teams behandeln die notleidenden Menschen vor Ort.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl, der Menschen, denen durch die medizinische Behandlung und Beratung geholfen werden konnte.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Menschen erhalten Zugang zu medizinischer Versorgung. Chronisch Krankheiten und akute Erkrankungen werden behandelt.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Der Gesundheitszustand der Menschen in der Ostukraine verbessert sich.

Hintergrund

Hunderttausende Menschen sind 2013 und 2014 in Kiew gegen die damalige Regierung auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten, weil die ukrainische Regierung überraschend angekündigt hatte, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterschreiben. Die Proteste richteten sich aber auch direkt gegen den Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Die Bevölkerung warf ihm Korruption vor und forderte seinen Rücktritt. Nach der Flucht von Janukowytsch besetzten russische Soldaten die Halbinsel Krim, die Russland kurz darauf annektierte. Parallel dazu riefen Seperatisten in den östlichen Regionen mit Unterstützung Russlands die Volksrepubliken Donezk und Luhansk aus. Dabei kam es zu andauernden bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Separatisten kämpften für die Abspaltung der zwei durch sie proklamierten Volksrepubliken Donezk und Luhansk von der Ukraine. Trotz unterschiedlicher Schlichtungsversuche konnte der Frieden im Osten der Ukraine bis heute noch nicht wiederhergestellt werden. Vor allem die Zivilbevölkerung leidet unter dem Konflikt und unter der instabilen Sicherheitslage. Viele Häuser sind beschädigt und die Strom- und Gasversorgung in den Regionen ist unzuverlässig. Generell ist die Gesundheitsversorgung in weiten Teilen der Ukraine zwar eigentlich ziemlich gut, doch in der Ostukraine mangelt es vor allem an Ärzten, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Über drei Millionen Menschen benötigen heute immer noch humanitäre Hilfe. Ältere Menschen mit Behinderungen leiden besonders stark unter dem Konflikt und der schlechten Versorgung. Knapp 50 Prozent der Patientinnen und Patienten in den medizinischen Einrichtungen der Region sind über 60 Jahre alt, davon sind die meisten weiblich (Ärzte der Welt, 2018). Besonders die weiten Wege zur nächsten Klinik und damit auch der Zugang zur Notfallversorgung stellen für viele Menschen ein unüberbrückbares Hindernis dar. Die Mehrheit der älteren Bevölkerung leidet unter mindestens einer chronischen Erkrankung. Viele können sich die nötigen Medikamente nicht leisten. Neben allgemeinmedizinischer Versorgung brauchen viele Menschen aber auch psychologische Hilfe.

Die gute Tat

Mit Deiner heutigen guten Tat ermöglichst Du die medizinische Behandlung eines Einwohners der Provinz Luhansk. Ehrenamtliche der Organisation Ärzte der Welt und medizinische Fachkräfte behandeln in zwei mobilen Ärzte-Teams die Menschen vor Ort in 20 verschiedenen Gesundheitseinrichtungen. Die Patientinnen und Patienten werden sowohl allgemeinmedizinisch als auch psychologisch behandelt. Zusätzlich leisten Teams Aufklärungsarbeit, da es in der Konfliktregion immer wieder zu Gewalt gegenüber Frauen kommt. Falls notwendig werden die Betroffenen auch an Krankenhäuser überwiesen. Falls sich die Patientinnen und Patienten dies nicht leisten können, übernimmt die Organisation Ärzte der Welt auch die hierbei anfallenden Kosten. Medikamente sind in der Region besonders teuer, sodass die Teams die Menschen auch mit Arzneimitteln versorgen. Ziel ist es, die medizinische Versorgung zu verbessern und möglichst vielen Menschen in Not zu helfen, bis die kriegerischen Auseinandersetzungen ein Ende finden.

Über Ukraine

Kiew

Hauptstadt

44.200.000

Einwohnerzahl

8.13

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 88 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Die Ukraine ist mit dem seit 2014 andauernden Konflikt das einzige Land Europas, in dem auch im 21. Jahrhundert Krieg herrscht.