Tag 7
Eine Augenuntersuchung für einen älteren Geflüchteten in Äthiopien

Hoffnungsvoll in die Zukunft blicken

Augenuntersuchungen für älteren Geflüchteten in Äthiopien

"Als der Krieg ausgebrochen ist, bin ich mit meiner Frau, den Kindern und Enkeln nach Äthiopien geflohen", berichtet der 76-jährige Khor aus dem Südsudan. Er ist einer von Millionen Menschen, die gezwungen waren, ihre Heimat aufgrund des Krieges zu verlassen. Dass er in seinem hohen Alter die Flucht überstanden hat, liegt an seinem unbändigen Willen, seiner Familie eine bessere und vor allem sichere Zukunft zu ermöglichen. Im Flüchtlingslager Gambella wurde sein Augenlicht zunehmend schlechter und auch hier galten alle seine Gedanken der Familie. "Als ich erblindete, war ich am Boden zerstört, da ich mich nicht mehr um meine Familie kümmern konnte. Die Ärzte haben mir mein Augenlicht zurückgeben. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich wäre! Jetzt kann ich wieder für meine Familie da sein“, so Khor.

Notwendigkeit

 

Augenbehandlungen für ältere Geflüchtete in Äthiopien.

Aktivität

 

Kostenlose Augenuntersuchungen und je nach Diagnose Behandlung in Form von Augentropfen, Brillen oder Graue-Star-OPs.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl an Geflüchteten, die eine Augenuntersuchung und Folgebehandlung erhalten haben.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Untersuchungen ermöglichen eine treffende Diagnose und Weiterbehandlung zur Verbesserung des Sehvermögens.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität für ältere Geflüchtete.

Hintergrund

Seit den Unruhen 2011 kommt der Südsudan nicht zur Ruhe. Anhaltende Gewalt, extreme Dürre und die zunehmende Nahrungsmittelknappheit drängt viele zur Flucht ins benachbarte Äthiopien. Laut UNHCR leben mehr als 880.000 Geflüchtete in Äthiopien – über die Hälfte von ihnen stammt aus dem Südsudan. Die Lebensverhältnisse in den Camps von Gambella sind besonders für ältere Menschen herausfordernd. Zu den häufigsten altersbedingten Gesundheitsproblemen von Geflüchteten gehören neben chronischen Krankheiten auch verminderte Sicht und Augenkrankheiten (Strong et al., 2015). Über ein Drittel aller Befragten in dem Camp stolpern oder stürzen häufig, weil sie ein Hindernis nicht sehen. Fast ein Viertel aller Befragten kann die Zeichnungen auf einer Banknote nicht erkennen. Ältere Menschen stellen oft ihre eigenen Bedürfnisse hinter die ihrer (jüngeren) Familienmitglieder. Aus diesem Grund, und auch weil es nicht genug Wissen über Behandlungsmöglichkeiten gibt, nehmen sie es still hin, wenn sich ihr Sehvermögen verschlechtert oder sie gar erblinden. Ein reduziertes Augenlicht schränkt jedoch die Möglichkeiten alter Menschen entscheidend ein. Sehbehinderungen wirken sich zudem negativ auf die Selbstsicherheit und das Selbstwertgefühl aus und können zu Einsamkeit innerhalb der Camps führen.

Die gute Tat

Die gute Tat richtet sich explizit an ältere Menschen – eine Zielgruppe, die in vielen Projekten weniger repräsentiert ist als andere Zielgruppen. Unter den Geflüchteten in Äthiopien befinden sich etwa 45.000 ältere Frauen und Männer. Die meisten von ihnen haben in ihrem Leben noch nie eine Augenbehandlung erhalten. Durch die Spende erhalten ältere Geflüchtete in Äthiopien eine kostenlose Augenuntersuchung und je nach Diagnose eine anschließende Behandlung – sei es mit Augentropfen, Brillen in ihrer Sehstärke oder auch Graue-Star-Operationen. Die verbesserte oder zurückgewonnene Sehkraft stärkt, die Eigenständigkeit und erhöht die Lebensqualität.

Über Äthiopien

Addis Abeba

Hauptstadt

105 350 020

Einwohnerzahl

1.719

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

173

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Äthiopien ist das einzige Land Afrikas, das nie kolonialisiert wurde und die Landessprache Amharisch hat ein eigenes Alphabet.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Help Age Deutschland e.V.

Website

http://www.helpage.de

Zertifiziert durch

Initiative Transparente Zivilgesellschaft DZI-Spendensiegel

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