Tag 11
Ein Fahrradtraining für eine geflüchtete Frau in Deutschland

Rauf aufs Rad

Stärkung von geflüchteten Frauen durch Fahrradtraining

Freiburg im Breisgau gilt als eine der Fahrradstädte in Deutschland. Nach einer bundesweiten Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs im Jahre 2016 landete die Stadt auf Rang 3 der fahrradfreundlichsten Großstädte (ADFC, 2016).Damit liegt Freiburg bundesweit ganz weit vorne bei der Nutzung des Fahrrads als Transportmittel. Fahrrad fahren kann jedoch weit mehr sein als ein Fortbewegungsmittel. Die amerikanische Frauenrechtlerin Susan B. Anthony hat bereits im 19. Jahrhundert auf die Wichtigkeit des Fahrrads für die Emanzipation der Frau hingewiesen. Sie schwärmte vom Gefühl der Freiheit. Damals war es in den USA und in Europa noch etwas Besonderes ein Fahrrad zu besitzen. Für uns ist das heute ganz normal. In Deutschland lernen die meisten Jungen und Mädchen bereits im frühen Kindesalter das Fahrradfahren und erleben dieses Freiheitsgefühl. In der Fahrradmetropole Freiburg sollen nun auch geflüchtete Frauen, die bisher nicht Fahrrad fahren gelernt haben, dieses Freiheitsgefühl kennenlernen.

Notwendigkeit

 

Soziale und kulturelle Integration von geflüchteten Frauen sowie Frauen mit Migrationshintergrund.

Aktivität

 

Ehrenamtliche Trainer/-Innen bringen den geflüchteten Frauen in mehrstündigen Kursen das Radfahren bei.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Fahrradtrainings für geflüchtete Frauen.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Durch die Radfahrkurse lernen die Frauen das Fahrradfahren und steigern ihre Möglichkeiten zur eigenen Mobilität.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserter Zugang zu Weiterbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, kulturellen Angeboten, Schaffung neuer sozialer Kontakte und verbesserte Integrationsmöglichkeiten.

Hintergrund

Zahlreiche internationale Konflikte zwingen in der heutigen Zeit immer mehr Menschen weltweit ihr Heimatland zu verlassen. Auch in Deutschland sind viele neue Mitmenschen in den letzten Jahren angekommen und suchen Schutz vor Krieg und Verfolgung. In der ersten Hälfte von 2018 wurden laut Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 81.000 Asylanträge gestellt - hiervon wurden 42% von Mädchen und Frauen gestellt (BAMF, 2018). Um die Integration der Geflüchteten in Deutschland zu erleichtern und zu begleiten, wurden zahlreiche Projekte, auch im Bereich des Sports, ins Leben gerufen. Der „Landessportbund Nordrhein-Westfalen“ stellt fest, dass insbesondere Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund seltener in Sportvereinen sind oder Sportangebote wahrnehmen (Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V, 2017). Es bedarf spezifischer Angebote, welche auf die besondere Lebenslage der geflüchteten Frauen eingehen und Barrieren zum Zugang von Sportangeboten abbauen. Radfahrkurse, die sich speziell an den Bedürfnissen von geflüchteten Frauen orientieren, sind eine Möglichkeit die Teilhabe und Integration dieser Frauen in die Gesellschaft zu fördern.

Die gute Tat

Durch die gute Tat werden Radfahrkurse durchgeführt. Über mehrere Wochen erlernen die Frauen in Kleingruppen das Fahrradfahren. Das Fahrrad ermöglicht den Frauen ihre neue Umgebung zu erkunden, Freunde und Familie zu besuchen und einen günstigen Zugang zu Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und dem kulturellen Leben zu erhalten. Dies erhöht die soziale Teilhabe und die Mobilität von geflüchteten Frauen. Gleichzeitig fördert es die Gesundheit der Frauen und schont die Umwelt. Durch die gute Tat gewinnen somit die Frauen, die Gesellschaft und die Natur.

Über Deutschland

Berlin

Hauptstadt

82 521 653

Einwohnerzahl

46.136

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

5

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Deutschland liegt im Herzen Europas und ist mit über 82 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in der EU. Seit 2015 hat kein anderes Land in der EU so viele Geflüchtete aufgenommen wie Deutschland.