Tag 22
Ein Mangrovensetzling wird an Kenias Küste gepflanzt

Mangrovenwälder: Lebensraum zwischen Land und Meer

Schutz und Aufforstung wertvoller Mangrovenwälder an der Küste Kenias

Mangrovenwälder sind einzigartige Ökosysteme an tropischen Küsten. Seit Jahrtausenden liefern sie wertvolle Dienstleistungen für Mensch und Umwelt. Sie stabilisieren die Küsten, reinigen das Wasser und bieten unzähligen Tierarten Unterschlupf und Heimat. Muscheln und Seepocken haften an ihren verzweigten Ausläufern, Fische finden einen Laichgrund zwischen ihren Wurzeln, Wasserschlangen und Krokodile liegen hier auf der Lauer nach Beutetieren, Meeresschildkröten suchen Schutz und Nahrung in dem Dickicht unter Wasser. Auch oberhalb des Wassers bieten Äste, Zweige und Blätter der Mangroven Lebensraum und Nahrung für viele Tiere, wie etwa für Vögel, kletternde Krabben oder Insekten. Die lokale Bevölkerung profitiert ebenfalls von den Mangroven: Die Wälder sind beispielsweise Kinderstube für Speisefische, natürliche Kläranlagen und vor allem ein unschätzbar wertvoller Schutzwall vor Überflutung und Landerosion.

Notwendigkeit

 

Nachhaltige Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern zum Erhalt eines gefährdeten Ökosystems in Kenia.

Aktivität

 

Schulklassen pflanzen unter Anleitung der Projektmitarbeiter heimische Mangrovensetzlinge, die in einer eigenen Baumschule herangezogen wurden.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Samen und Setzlinge, die durch die gute Tat gepflanzt wurden.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Zerstörte Mangrovenwälder werden aufgeforstet und leisten Menschen und Tieren wertvolle Dienste als Lebensraum, Nahrungsquelle und Küstenschutz.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die lokale Bevölkerung wird für den Wert der Mangrovenwälder sensibilisiert und setzt sich selbst für den Schutz der Mangroven ein.

Hintergrund

Über die letzten Jahrzehnte gingen Mangrovenwälder immer weiter verloren. Die Bäume werden abgeholzt, um Brennholz zu gewinnen, sie müssen Häusern oder Ferienanlagen für Touristen weichen. Zudem leiden die Mangroven unter der Verschmutzung des Wassers durch Öl oder Pestizide. Sowohl die Artenvielfalt als auch die lokale Bevölkerung leiden zunehmend unter den Folgen. Ein Schutz der bestehenden Mangrovenwälder und eine nachhaltige Wiederaufforstung sind dringend erforderlich für den Erhalt dieser wertvollen Lebensräume.

Die gute Tat

Die gute Tat ermöglicht es, Mangrovensetzlinge in Mida Creek, einem Mangrovengebiet innerhalb des Natur- und Vogelschutzgebietes von Watamu in Kenia, zu pflanzen. In Mida Creek kommen sieben der neun kenianischen Mangrovenarten vor. Die Samen dieser Mangrovenarten werden gesammelt und in einer eigenen Baumschule zu Setzlingen herangezogen um den Mangrovenwald so naturnah wie möglich aufzuforsten. Projektmitarbeiter führen mit Schulklassen regelmäßig „Mangroven-Pflanztage“ durch. Je nach Mangrovenart und Gebiet werden neben Setzlingen auch Samen direkt gepflanzt. Durch die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung hilft die gute Tat, die Menschen vor Ort über den Wert der Mangrovenwälder aufzuklären und selbst für den Schutz der Mangroven aktiv zu werden.

Über Kenia

Nairobi

Hauptstadt

48 461 600

Einwohnerzahl

1 516

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

146

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Im März 2017 hat die kenianische Regierung entschieden, Plastiktüten komplett zu verbieten. Damit nimmt Kenia eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Vermüllung der Umwelt mit Plastik ein.