Tag 15
Eine Minute Therapie mit Dolmetscher für einen Flüchtling in Deutschland

Hal yumkinukum musa3adatuna?

Dolmetschergestützte Beratung und Therapie für Überlebende von Folter und Krieg

Hal yumkinukum musa3adatuna? Zu Deutsch: Können Sie uns helfen? Dieser einfache Satz könnte von einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien stammen, die das Therapiezentrum für Überlebende von Folter und Krieg der Medizinischen Flüchtlingshilfe aufsucht. Doch die meisten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden sie nicht verstehen. Was also tun in einem psychosozialen Zentrum, wenn Klienten und Therapeuten nicht dieselbe Sprache sprechen? Die Arbeit ist ohne den Einsatz von Dolmetschern schlicht unmöglich. Dabei geht es nicht nur um das Verstehen der Sprache, sondern auch um die Vermittlung der Bedeutung des Gesagten. Aus diesem Grund arbeitet die Organisation mit professionellen Sprach- und Kulturmittlern, die in den Therapie- und Beratungsgesprächen nicht nur wortnah übersetzen, sondern das Gesagte wenn nötig auch in den kulturellen Kontext einordnen können.

Notwendigkeit

 

Psychosoziale Unterstützung und therapeutische Hilfe für traumatisierte Geflüchtete.

Aktivität

 

Therapie und Beratung für traumatisierte Geflüchtete werden durch den Einsatz von Sprach- und KulturmittlerInnen ermöglicht.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der durchgeführten dolmetschergestützten Beratungsgespräche und Therapiesitzungen.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Psychische Stabilisierung von traumatisierten Geflüchteten. Mit der Überwindung der Krise wird die Entwicklung eines neuen Lebensentwurfes möglich.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Eine bessere psychosoziale Versorgung und gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten für Geflüchtete.

Hintergrund

Viele Geflüchtete sind vor ihrer Flucht aus dem Heimatland schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen zum Opfer gefallen. Sie erlebten Gewalt, Verfolgung, oder Krieg. Durch solche traumatischen Erfahrungen leiden viele unter starken Ängsten und Depressionen. Verstärkt wird die gesundheitliche Belastung häufig noch durch die unsichere und bedrückende Unterbringungssituation als Flüchtling hier in Deutschland. Sie brauchen dringend psychosoziale Unterstützung. Das psychosoziale Zentrum der Medizinischen Flüchtlingshilfe (MFH) bietet interdisziplinäre Unterstützungsangebote, die von medizinischer Versorgung über Psychotherapie bis zur Sozialarbeit reichen. Wann immer dies erforderlich ist, werden in Beratung und Therapie geschulte Sprach- und Kulturmittler als Dolmetscher eingesetzt. Sprachmittlung ist trotz der zentralen Bedeutung noch immer kein Standard, weder in der Gesundheitsversorgung noch bei Behörden, vor allem weil die Finanzierung fehlt. Während die Mitarbeiter unseres Zentrums aus öffentlichen Projektfördermitteln finanziert werden können, gilt dies für den Einsatz der Dolmetscher nicht. Die Kosten werden nicht von Krankenkassen und in der Regel nicht vom Sozialamt übernommen. Die öffentlichen Zuschüsse reichen nicht annährend aus, um unsere Kosten zu decken.

Die gute Tat

Mit der guten Tat kann das psychosoziale Zentrum geschulte Sprach- und Kulturmittler in Beratung und Therapie einsetzen und so die Betroffenen darin unterstützen, ihr Trauma von Krieg und Flucht hinter sich zu lassen und im Ruhrgebiet ein neues Zuhause zu finden.

Über Deutschland

Berlin

Hauptstadt

82 667 700

Einwohnerzahl

41 902

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

4

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde und hat eines der besten Gesundheits- und Sozialsysteme weltweit. Geflüchtete haben jedoch nur eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.

Website

http://www.mfh-bochum.de

Zertifiziert durch

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