Tag 3
Einen Tag Internet für ein Flüchtlingsheim in Deutschland

Ohne Freiwillige kein Internet

Internetzugang für Geflüchtete

Eine Mutter aus Sierra Leone kann ihre Tochter bei Facebook wiederfinden, ein syrischer Agrar-Ingenieur findet eine Beschäftigung in einer benachbarten Gärtnerei, ein syrischer Hobby-Imker findet einen Bienenkorb bei eBay um ein neues Bienenvolk neben der Gemeinschaftsunterkunft anzusiedeln und eine Gruppe bunt gekleideter Damen sitzt beim Online-Deutschkurs vor ihren Rechnern und verkündet fast zeitgleich „Isch eisse Michael“ in ihre Headsets. Vielen Geflüchteten erleichtert ein Internetzugang den Neustart in einem fremden Land. Es hilft zu Übersetzen, eine neue Sprache zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu halten und um die komplizierten bürokratischen Angelegenheiten des Asylverfahrens zu meistern. Doch in den meisten Flüchtlingsheimen gibt es keinen freien Internetzugang.

Notwendigkeit

 

Internetzugang in Flüchtlingsunterkünften für geflüchtete Menschen in Deutschland.

Aktivität

 

Einrichtung und Betrieb von Internetzugängen und Computerräumen in Flüchtlingsunterkünften.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Zeitraum über den der Internetzugang in den Flüchtlingsunterkünften betrieben werden kann.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Geflüchtete Menschen haben einen verbesserten Zugang zu relevanten Informationen sozialen Kontakten.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Geflüchtete Menschen finden sich in Deutschland zurecht und können in ein selbstbestimmtes Leben zurück finden.

Hintergrund

Internetzugang ist keine Leistung, die Geflüchteten nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz zusteht. In Gemeinschaftsunterkünften dürfen die Menschen keinen eigenen Zugang betreiben. Private Initiativen wie der Verein Refugees Online springen ein wo offizielle Stellen versagen. Bisher hat der Verein mehr als 100 Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland online gebracht, damit Geflüchtete mit ihrer Familie sprechen und sich in der neuen Umgebung zurechtfinden können.

Die gute Tat

Refugees Online e.V. errichtet und betreibt Internetzugang in Flüchtlingsunterkünften. Der Verein richtet professionelle WLAN-Hotspot-Systeme ein, die auch mit einer großen Anzahl Nutzer klarkommen. Nun geht es darum, den laufenden Betrieb dieser Anschlüsse zu finanzieren. Denn: Der Staat sieht diese Leistungen nicht vor.

Herausforderung

Die größte Herausforderung sind die baulichen Gegebenheiten in Flüchtlingsunterkünften: Zum Beispiel Traglufthallen, die fernab von jedem Telefonanschluss stehen; Kasernen, in denen keine einzige zivile Leitung liegt oder Container, die Funksignale leider sehr gut abschirmen. Oft dürfen keine Kabel verlegt oder Geräte montiert werden und Hunderte von Menschen müssen sich einen Anschluss teilen. Einfach einen WLAN-Router aufstellen reicht nicht aus. Jeder Einzelfall erfordert viel Erfindertum und individuelle technische Lösungen.

Über Deutschland

Berlin

Hauptstadt

81 413 100

Einwohnerzahl

40 952 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

6

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

2015 kamen so viele Schutzsuchende in Europa an wie nie zuvor. Deutschland spielte eine zentrale Rolle bei der Aufnahme.