Tag 18
Eine Dosis Insulin für einen alten syrischen Flüchtling mit Diabetes

Diabetes muss kein Todesurteil sein

Kostenlose medizinische Versorgung für alte syrische Flüchtlinge

Kaum noch Geld zum Überleben, schlechte Unterkünfte und so gut wie keine medizinische Versorgung. So leben derzeit die meisten syrischen Flüchtlinge im Libanon. Besonders betroffen sind dabei alte Menschen, die aus dem Nachbarland geflüchtet sind. Oft mussten sie von jüngeren Familienmitgliedern trotz der prekären Situation im Libanon zurückgelassen werden, da sie nicht die Kraft haben, sich bis nach Europa zu begeben. In dieser Notsituation konzentrieren sich viele Hilfsorganisationen auf die Behandlung akuter Krankheiten, jedoch gibt es auch einen dringenden Bedarf, chronisch kranken Menschen zu helfen. Ab einem gewissen Alter sind viele Menschen täglich auf Medikamente angewiesen. Wenn sie fliehen müssen, nehmen sie ihre Vorräte mit – nicht sicher, wann sie wieder Zugang zu neuen Medikamenten haben. Genau das ist im Libanon höchstproblematisch. Das Gesundheitssystem ist aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation überfordert. Alte Menschen werden dabei oft übersehen. HelpAge bietet alten, chronisch kranken Menschen im Libanon eine kostenlose medizinische Versorgung. Durch die festen und mobilen Gesundheitszentren werden viele Menschen erreicht, die sich sonst durch die fehlenden Behandlungen in Lebensgefahr begeben.

Notwendigkeit

 

Medizinische Versorgung alter chronisch kranker Flüchtlinge im Libanon.

Aktivität

 

Mobile und feste Gesundheitszentren bieten alten Menschen im Libanon kostenlose medizinische Versorgung für chronische Krankheiten wie Diabetes.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Monatlich können 1.885 chronisch kranke PatientInnen in Basisgesundheitseinrichtungen mit adäquaten Medikamenten und Behandlungen versorgt werden.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Der Gesundheitszustand chronisch kranker Flüchtlinge im Libanon ist deutlich verbessert.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die Sterblichkeitsrate unter alten Flüchtlingen sinkt. Das psychische Befinden dieser Menschen ist markant verbessert.

Hintergrund

Der Libanon ist seit 2015 das Land mit der höchsten Flüchtlingskonzentration pro Einwohner. Auf 1.000 Libanesen kommen 220 Flüchtlinge. Insgesamt 1,1 Millionen (registrierte) Flüchtlinge aus Syrien leben in dem kleinen Land und bedeuten eine große Belastung für die vorhandenen Ressourcen und Infrastruktur. Durch die gekürzten internationalen Hilfsgelder für den Libanon und die Fokussierung der meisten humanitären Akteure auf akutmedizinische Versorgung, Kontrolle von Infektionskrankheiten und Kindergesundheit, ist auch die libanesische Bevölkerung immer stärker von den Einschränkungen betroffen. Für ältere Flüchtlinge, die an chronischen Krankheiten leiden, bedeutet dies, dass sie keinen Zugang zu Medikamenten und Behandlungen haben, wodurch ansonsten handhabbare Erkrankungen wie Diabetes schnell lebensbedrohend werden. Dabei verarmen die Flüchtlinge im Libanon zunehmend. Einkommensmöglichkeiten fehlen und Reserven sind aufgebraucht – rund 70 % lebten 2015 unterhalb der Armutsgrenze (3,84 USD p.P./Tag). Nur 6% der syrischen Haushalte im Libanon gaben in einem Assessment (2015) an, dass sie sich medizinische Behandlungskosten leisten können. Chronische Erkrankungen sind mit 85% Haupttodesursache im Libanon.

Die gute Tat

Mit Unterstützung von vier lokalen Partner bietet HelpAge Trainings für das Personal der Kliniken, wodurch am Ende alle Prozesse den Standards der Weltgesundheitsorganisation entsprechen sollen. Um die Arbeit der Ärzte zu verbessern, werden sie mit dem richtigen Equipment und Medikamenten ausgestattet. Blutzuckermessgeräte und Insulin sind im Libanon besonders schwer zu bekommen. HelpAge liefert unter anderem dieses Medikament gegen Diabetes und möchte dies bis Ende 2018 weiterhin regelmäßig ermöglichen. Im Einklang mit den Umbaumaßnahmen in den Gesundheitseinrichtungen werden auch die in die Kliniken integrierten Apotheken erneuert, so dass Medikamente sicher und hygienisch aufbewahrt werden können.

Herausforderung

Durch die Überlastung des libanesischen Gesundheitssystems, gibt es in Gesundheitszentren kein ordentliches Terminmanagement, so dass viele Menschen stundenlang auf eine Behandlung warten müssen. Auch werden keine Patientenakten geführt, was besonders für die vielen Menschen mit chronischen Krankheiten (deren Verlauf über längere Zeiträume dokumentiert werden sollte) negative Auswirkungen hat. Es herrscht ein ständiger Mangel an Equipment und Medikamenten. Meist sind alle Medikamentenvorräte bereits bis Monatsmitte aufgebraucht.

Über Libanon

Beirut

Hauptstadt

5 850 700

Einwohnerzahl

11 157

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

67

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Der Name des Landes, "Libanon", ist seit 4000 Jahren unverändert und damit der älteste der Welt-er wird 75 Mal im Alten Testament erwähnt. Als einziges Land in der arabischen Welt hat es keine Wüste.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

HelpAge Deutschland e.V.

Website

http://www.helpage.de/

Zertifiziert durch

Initiative für Transparente Zivilgesellschaft

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