Tag 4
Ein Fußballtraining fĂŒr ein FlĂŒchtlingsmĂ€dchen in Berlin

Flucht nach Deutschland - ein Heimspiel? Flucht nach Deutschland - ein Heimspiel?

FlĂŒchtlingsmĂ€dchen in Berlin-Reinickendorf

"DĂŒrfen wir auch mitspielen?" Diese Frage stellten uns die MĂ€dchen, wenn auch meist nur mit ihren sehnsĂŒchtigen Blicken, als wir im Sommer letzten Jahres in einem der drei FlĂŒchtlingsheime in Berlin-Reinickendorf ein Fußballturnier fĂŒr Kinder im Rahmen eines Nachbarschaftsfestes anboten. Dass Fußball nicht nur etwas fĂŒr Jungs ist, und sich MĂ€dchen nicht nur begeistern lassen, sondern auch richtig gut darin sein können, haben uns unsere bisherigen Projekte gezeigt. Gemeinsamer Sport ist aber außerdem ein gutes Mittel, um kulturelle Unterschiede zwischen FlĂŒchtlingskindern und deutschen Kindern verschwindend gering werden zu lassen und neue Freundschaften zu schließen.

Notwendigkeit

 

Freizeitgestaltung durch eine Fußball-AG fĂŒr FlĂŒchtlingsmĂ€dchen zwischen 9 und 13 Jahren in Berlin-Reinickendorf.

AktivitÀt

 

Einmal wöchentlich bieten wir in den koopierenden Schulen eine Fußball-AG fĂŒr die MĂ€dchen an.

ZĂ€hlbare Leistung

 

Anzahl der FlĂŒchtlingsmĂ€dchen, die am Fußballtraining teilnehmen konnten

Ergebnis

 

Verbessertes Selbstbewusstsein durch fußballerische Kompetenzen

Systemrelevante Wirkung

 

Implementierung und Ausweitung außerschulischer Angebote und sinnvoller Freizeitgestaltung fĂŒr FlĂŒchtlingsmĂ€dchen, gestĂ€rktes Selbstbewusstsein, Kennenlernen der verschiedenen Lebenswelten Berlins durch die Öffnung von Vereinen fĂŒr die Teilnahme der MĂ€dchen nach Projektende.

Hintergrund

Durch Kriege, wirtschaftliche MissstĂ€nde und Verfolgung sind zurzeit ĂŒber 45,2 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Auch in Deutschland suchen vieler dieser Menschen Schutz und hoffen hier auf ein besseres Leben. Zwar nimmt Deutschland in absoluten Zahlen europaweit die meisten FlĂŒchtlinge auf (Eurostat, 2013), doch oft leben diese jahrelang in prekĂ€ren UmstĂ€nden, mit Angst vor drohenden Abschiebungen und ohne ausreichende UnterstĂŒtzung fĂŒr eine gelungene Integration. Diese Situation fördert die Bildung von Parallelgesellschaften und ignoriert die vielen Potentiale, die diese Menschen mitbringen. Der demographische Wandel und der FachkrĂ€ftemangel haben in den letzten Jahren dazu gefĂŒhrt, dass auch die FlĂŒchtlinge fĂŒr eine gezielte Förderung in den Fokus rĂŒcken (Studnitz, 2011), doch nur viel zu langsam. Vorurteile, die Angst vor einer Überfremdung und vor allem fehlende finanzielle Mittel sind nur einige GrĂŒnde, warum es noch nicht ausreichend Programme fĂŒr eine umfassende und ganzheitliche UnterstĂŒtzung gibt. Am meisten leidet darunter die schwĂ€chste Gruppe, die Kinder.
Von den ĂŒber 12.000 Menschen, die momentan mit einem ungesicherten Status in Berlin leben (Deutscher Bundestag 2012), sind alleine ĂŒber 1000 FlĂŒchtlinge auf die drei Wohnheime in Berlin-Reinickendorf verteilt. WĂ€hrend Reinickendorf eher als bĂŒrgerlich und gut situiert gilt, unterscheiden sich jedoch die einzelnen Regionen und PlanungsrĂ€ume des Bezirks signifikant. Der Bezirk selbst liegt in Bezug auf die Arbeitslosenquote, die sozialen Transferleistungen und den Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zwar im Berliner Durchschnitt, der Auguste Viktoria-Allee-Kiez, in dessen Umgebung alle drei Heime erst in den letzten drei Jahren eröffnet wurden, steht hingegen deutlich schwĂ€cher da. Es gibt kaum FreizeitaktivitĂ€ten in der direkten Umgebung und es mangelt vor allem an Angeboten speziell fĂŒr die Gruppe der MĂ€dchen, die zusammen mit ihren Eltern in den FlĂŒchtlingsheimen leben. Dabei sind es gerade die jungen Mädchen, die eine intensive UnterstĂŒtzung benötigen, nicht zuletzt auch, weil es für sie oft noch schwieriger ist, selbststĂ€ndig und unabhĂ€ngig an der Gesellschaft teilzunehmen.

Die gute Tat

Einmal wöchentlich bietet der Verein Kein Abseits e.V. in den RĂ€umen der kooperierenden Schule eine Fußball-AG fĂŒr MĂ€dchen zwischen 9 und 13 Jahren an. Das Fußballtraining bietet insbesondere den MĂ€dchen aus FlĂŒchtlingsheimen eine FreizeitbeschĂ€ftigung zusammen mit Kindern aus Familien aus Berlin-Reinickendorf. Die erfahrene Trainerinnen und eine pĂ€dagogische Begleitung gewĂ€hrleisten eine umfassende Betreuung und bauen eine Vertauensbeziehung zu den MĂ€dchen auf, die wĂ€hrend der Flucht oft traumatische Erfahrungen gemacht haben.

Herausforderung

Die Auswahl der MĂ€dchen stellt bei der Umsetzung der guten Tat ein Problem dar. Wir mĂŒssen Eltern von unserem Programm ĂŒberzeugen, die selbst die Gesellschaft und Strukturen nicht kennen und daher misstrauisch sind, ihre Kinder in "fremde HĂ€nde" zu geben, und außerdem Fußball oft noch als Jungensport ansehen. Wir können jedoch viele positive Beispiele anbringen und unsere Mitarbeiter verfĂŒgen ĂŒber viel interkulturelle Kompetenz. Außerdem genießen wir ein hohes Vertrauen bei den Schulen und den Heimen.

Kiez um die Auguste-Viktoria-Allee, Berlin-Reinickendorf, Berlin, Deutschland

ÜberDeutschland

Berlin

Berlin

Hauptstadt

80781000

80781000

Einwohnerzahl

45.084,87 USD

45.084,87 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

5

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Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen hat acht Europameisterschaften gewonnen, davon die letzten sechs in Folge und ist zusĂ€tzlich noch zweimaliger Weltmeister!