Tag 4
Eine Meningitis-Impfung für ein Kind in Burkina Faso

Meningitis besiegen!

Impfkampagne in Burkina Faso

Holprige Sandpisten führen zu den Dörfern in der abgelegenen Provinz Sourou im Nordwesten Burkina Fasos. In der Regenzeit sind sie überflutet und in der Trockenzeit mit Schlaglöchern übersät. Die Region an der Grenze zum Nachbarland Mali ist strukturschwach. Die meisten Menschen leben hier von der Landwirtschaft. Zu der weitverbreiteten Armut und dem Risiko von terroristischen Anschlägen aus Mali kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Sourou und die angrenzenden Provinzen liegen im sogenannten „Meningitisgürtel“. In diesem Gebiet südlich der Sahara herrscht von Dezember bis Juni ein erhöhtes Risiko für Meningitisinfektionen. Immer wieder bricht die Krankheit in der Gegend aus und fordert zahlreiche Todesopfer. Viele Menschen trotzen den widrigen Umständen in der Provinz Sourou und suchen nach Wegen, um Armut und die hohe Kindersterblichkeit in der Region zu senken. Nicht umsonst wird Burkina Faso auch das „Land der Aufrechten“ genannt. Mutige Frauen kämpfen dort gemeinsam für das Ende von Gewalt an Mädchen und Frauen sowie für mehr Bildung und medizinische Versorgung. Mit viel Herzblut und Geduld engagieren sie sich für bessere Lebensbedingungen ihrer Kinder und das Ende der Meningitis.

Notwendigkeit

 

Impfung für Kinder gegen Meningitis in Sourou, Burkina Faso.

Aktivität

 

Lokale NGO ASMED führt Kampagnen zur Gesundheitsvorsorge und Impfung gegen Meningitis durch. Gesundheitspässe werden ausgeteilt, in denen die Impfung dokumentiert wird.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Kinder, die gegen Meningitis geimpft wurden.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Die Fälle von Meningitiserkrankungen bei Kindern in der Provinz Sourou nehmen ab und durch die Dokumentation ist sichtbar, wann eine Auffrischungsimpfung nötig ist.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserte Gesundheit der Kinder und höhere Lebenserwartung durch Vorsorge und verringerte Kindersterblichkeit.

Hintergrund

Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit. Bei einer Meningitis entzünden sich Hirn- oder Rückenmarkshäute und damit die Hülle des zentralen Nervensystems. Verursacher sind Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen. In der Region Sourou zählt ein Bakterium namens Neisseria meningitidis zu den häufigsten Auslösern der Krankheit. Ähnlich wie die Grippe wird die Meningitis durch menschlichen Kontakt (Tröpfcheninfektion) übertragen. Niesen, Speichel oder andere Körperflüssigkeiten einer erkrankten Person reichen aus, um sich anzustecken. Innerhalb weniger Tage spüren die infizierten Menschen starke Kopf- und Nackenschmerzen, Fieber, Durchfall, Erbrechen und Benommenheit. Ohne ärztliche Behandlung führt eine Meningitis in wenigen Stunden zu schweren Gehirnschäden und kann tödlich enden. Pro Jahr erkranken laut Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2018) rund 30.000 Menschen im Meningitisgürtel. Dort leben viele Menschen unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engstem Raum. Zusammen mit den staubigen Winden in der Trockenzeit begünstigt das eine schnelle Ausbreitung der Krankheit. Bei einer Impfkampagne wurden im Jahr 2010 in Burkina Faso 12 Millionen Menschen gegen Meningitis geimpft. Laut einer aktuellen Studie sind nach 8 Jahren Auffrischungsimpfungen erforderlich, die bisher aber nicht umgesetzt wurden. Besonders gefährdet sind nach 2010 geborene Kinder und die damals unter Vierjährigen, da sie keinen Impfschutz haben. Oft verfügt der Staat nicht über die nötigen finanziellen Mittel und Strukturen, um diese Auffrischungen durchzuführen.

Die gute Tat

Durch Deine heutige gute Tat erhält ein Kind in Burkina Faso eine Meningitis-Impfung. Im Rahmen einer Impfkampagne für Kinder werden in 38 Gesundheitsstationen in der Provinz Sourou Gesundheitspässe (ähnlich wie unsere Impfpässe) verteilt und Impfungen gegen Meningitis durchgeführt. Mit den Gesundheitspässen können die Eltern und das medizinische Personal jederzeit nachvollziehen, wann und was geimpft wurde und ab wann es einer Auffrischung bedarf. Mit der Kampagne werden die Familien über wichtige Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder informiert und sie lernen, dass Vorsorge schwere Erkrankungen und sogar Todesfälle verhindern kann. Dafür arbeitet SAIDA vor Ort mit Kliniken und der Frauenorganisation ASMED (Association pour le Soutien aux Mères et Enfants Déshérités) zusammen, die sich seit 2004 für Kinder engagiert und sich gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen einsetzt.

Über Burkina Faso

Ouagadougou

Hauptstadt

19.200.000

Einwohnerzahl

1.65

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 183 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Die Mossi, die größte Volksgruppe in Burkina Faso, verehrt Krokodile als heilig. Sie werden als Glücksbringer angesehen. Deshalb ist auf der burkinischen 1.000-Franc Münze auch ein Krokodil abgebildet.