Tag 22
1000 Stunden Solarlicht für eine Familie in Costa Rica

Schutz der indigenen Völker

Verbesserung der Lebenssituation durch Solarenergie

Tief im Regenwald, viele Reisetage vom letzten Straßenzugang entfernt, lebt die indigene Bevölkerung der Cabécar. Sie sind die größte indigene Gemeinde in Costa Rica, leben von Landwirtschaft und Selbstversorgung und abgeschieden von den restlichen Teilen des Landes. Auch der Zugang zu Strom und Licht nach Einbruch der Dunkelheit ist nicht gegeben. Doch dies soll sich im Zuge des neuen Solarprojektes ändern. Ein ähnliches Projekt wurde bereits in der indigenen Waorani Gemeinde Akaro im Amazonas-Regenwald von Ecuador umgesetzt. Eine der Bewohnerinnen Karina berichtet über die Natur, ihr Zuhause und die Herausforderungen für die indigene Gemeinde. Eine Situation, die für viele indigene Gruppen in Lateinamerika ähnlich ist. “Es gibt viele Menschen, die ein Interesse an unseren Wäldern und den darunter liegenden Bodenressourcen haben. In dem Moment, wo die Ölfirmen ankommen und die Ölressourcen nutzen wollen, zerstören sie alles: die Flüsse, die Bäume, die Natur. Wir können das nicht länger erlauben. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch das Solarprojekt. Vor allem bin ich dankbar für meine Töchter und den Nutzen für unsere gesamte Gemeinde. Mit dem Zugang zu Solarstrom sind meine Töchter in der Lage sicher in der Nacht zu laufen und für die Schule zu lernen“, so Karina.

Notwendigkeit

 

Stromversorgung für indigene Gemeinden im tropischen Regenwald im Bezirk Telire, Costa Rica.

Aktivität

 

LOVE FOR LIFE bildet in Telire indigene Solartechniker aus, die die Solaranlagen installieren und in Betrieb nehmen.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl von indigenen Familien mit Zugang zu Solarenergie.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Die Familien können die Stromversorgung nutzen, um illegale Rodung zu melden. Kinder können besser für die Schule lernen.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserung der Lebensbedingungen der indigenen Gemeinde und Ermöglichung eines effektiven Schutzes des tropischen Regenwaldes und der Rechte der indigenen Bevölkerung.

Hintergrund

Costa Ricas wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass die Entwicklung eines Landes nicht mit einer erhöhten Entwaldung einhergehen muss (Wehkamp, 2017). Die Waldfläche des Landes hat zwischen 1990 und 2015 um 7,5% zugenommen (FAO, 2015). Gleichzeitig verzeichnet das Land seit mehr als 25 Jahren ein stetiges wirtschaftliches Wachstum, welches deutlich über dem Durchschnitt Mittelamerikas liegt (World Bank, 2018). Dennoch gibt es auch einzelne Bezirke, die von diesem Entwicklungstrend nicht profitieren. Der Bezirk Telire ist einer dieser Bezirke und gehört zu den ärmsten Regionen von Costa Rica. Die Abgelegenheit zwingt die Bewohner sieben Tage pro Strecke (also zwei Wochen pro Trip) zu Fuß durch den bergigen Dschungel zu reisen, um den nächsten Straßenzugang und damit die nächsten Erwerbsmöglichkeiten zu erreichen. Der fehlende Zugang zu Elektrizität in den indigenen Gemeinden des Bezirks Telire erschwert den Alltag zusätzlich. Nahrungsmittel und dringend benötigte Medikamente können ohne den Zugang zu Strom nicht gekühlt und aufbewahrt werden. Kinder haben ohne Licht nach dem frühen Einbruch der Dunkelheit kaum die Möglichkeit für die Schule zu lernen und Hausaufgaben zu machen. Für die Stärkung der ganzheitlichen und selbstbestimmten Bewegung der indigenen Völker fehlt es an Strom, um elektrische Geräte wie Handy, Computer und Radios zu versorgen. Diese sind wichtige Geräte um den Zugang zu qualitativer Bildung, Gesundheit und Kommunikation zu ermöglichen.

Die gute Tat

Durch die gute Tat erhält die indigene Gemeinde nachhaltigen Zugang zu sauberem Solarstrom. Das Projekt ermöglicht ihnen auch technische Geräte wie GPS Geräte zu nutzen, um ihre Territorien zu erfassen und die gewonnenen Daten für den Schutz des Regenwaldes zu verwenden und die Regierung über illegale Rodungen zu informieren. In dem Projekt wird neben dem Einsatz von erneuerbarer Technologie auch der intensive Aufbau und die Stärkung von lokalen Kapazitäten gefördert. Solartechniker werden vor Ort ausgebildet, um langfristig die Wartung und den Betrieb der Anlagen zu gewährleisten.

Über Costa Rica

San José

Hauptstadt

4 947 490

Einwohnerzahl

14.636

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

63

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Rund 27% des Landes stehen offiziell unter Naturschutz und bereits im Jahre 1948 wurde das Militär in Costa Rica abgeschafft.