Tag 6
Eine Kakaopflanze für einen Kleinbauern in El Salvador

Bohnen für ein besseres Leben

Kakaoanbau in El Salvador

Die Deutschen sind nicht nur Fußball-Weltmeister, auch beim Schokoladenkonsum liegen sie ganz weit vorne. Rund neun Kilogramm Schokolade werden in Deutschland Pro-Kopf verspeist. Besonders am 6. Dezember darf der Schoko-Nikolaus in keinem Stiefel fehlen. Doch unter welchen Bedingungen wurde eigentlich der Kakao angebaut, der im Nikolaus landet? Leider trägt der Anbau von Kakao viel zu selten zu einem besseren Leben der Kakaobauern bei. Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen sind die Regel bei den Produzenten, die ausschließlich Kakao anbauen. In El Salvador unterstützt INKOTA am Vulkan von San Miguel ein Projekt, das einen anderen Weg einschlägt: Kleinbauern bauen Kakao als Ergänzung zu Grundnahrungsmitteln, Obst und Gemüse an. Den Kakao können sie für den Eigenverbrauch nutzen oder verkaufen, um dringend nötige Ausgaben bestreiten zu können. Ihre Ernährung ist weiterhin gesichert - aber zusätzlich sind die Einnahmen ein wichtiger Schritt raus aus der Armut. Darüber hinaus hat der Anbau von Kakao einen hohen ökologischen Nutzen: Die Bäume verbessern das Mikroklima, die Aufforstung erhöht den Grundwasserspiegel und verhindert Bodenerosion.

Notwendigkeit

 

Kakaopflanzen für und Ausbildung von Kleinbauern in El Salvador.

Aktivität

 

Die lokale NGO OIKOS stellt Kakaopflanzen für Kleinbauern am Vulkan von San Miguel bereit und bildet sie im Kakaoanbau aus, den diese fachgerecht umsetzen.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Kleinbauernfamilien die jeweils 30 Kakaobäume gepflanzt und somit zur Wiederaufforstung am Vulkan von San Miguel beigetragen haben.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Die Kleinbauern ernten Kakao und erzielen dadurch ein kleines Einkommen. Die Kakaobäume verbessern das Mikroklima und verringern die Bodenerosion.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die Einnahmen aus dem Kakaoanbau verringern die Armut der Kleinbauern-Familien. Sie haben Geld, um z.B. Ernährung und Schulbildung finanzieren zu können.

Hintergrund

Wer arm ist und noch dazu an den Abhängen eines großen Vulkans lebt, ist auf mehrfache Weise verwundbar: Bei starkem Regen verstärken Sturzbäche die Bodenerosion und es drohen Schlammlawinen. Manchmal werden so ganze Ernten vernichtet. Sobald die Menschen aber auch nur einen Teil ihrer Ernte verlieren, reicht diese nicht mehr, um die Familie zu ernähren. Hunger droht. An dieser doppelten Gefahr setzt dieses Projekt an: Mit dem Anbau von Kakao bekommen die Kleinbauern eine Einkommensmöglichkeit, die zudem wenig anfällig auf Wetterschwankungen reagiert. Zugleich verbessert die Aufforstungskomponente die ökologische Situation am Vulkan von San Miguel. Es geht bei diesem Vorhaben also um die Verringerung sowohl der ökologischen als auch der sozialen Verwundbarkeit. Das Projekt verbessert die Katastrophenprävention und zugleich die Einkommenssituation der beteiligten Familien.

Die gute Tat

"Wir schützen die Umwelt und bauen etwas an, was uns ein Einkommen beschert", José Adan Brisas Libertarias freut sich schon auf das neue Projekt, das ihm und weiteren Familien ermöglichen soll, mit dem Anbau von Kakao zu beginnen. Jeder Kleinbauer bekommt zunächst 30 Kakaopflanzen sowie organische Insektenschutzmittel und Dünger. Jede Kakaopflanze ist ein Beitrag für ein besseres Leben der beteiligten Familien und eine Verbesserung der ökologischen Sitaution am Vulkan von San Miguel.

Herausforderung

In Mittelamerika waren Kakaobohnen einst so wertvoll, dass sie sogar als Zahlungsmittel verwendet wurden. Nachdem der Kakaoanbau im 19. Jahrhundert vom Kaffee verdrängt wurde, ist Kakao erst seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch. Viel Wissen ist verlorengegangen, auch die Kleinbauern am Vulkan von San Miguel müssen die Geheimnisse des Kakaoanbaus erst wieder erlernen. Deswegen bekommen die beteiligten Kleinbauern umfangreiche Weiterbildungen, unter anderem über ökologische Anbautechniken, Schädlingskontrolle und die Trocknung und Fermentation der Bohnen.

Über El Salvador

San Salvador

Hauptstadt

6 126 600

Einwohnerzahl

4 219 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

116

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

El Salvador ist das Land mit dem geringsten Baumbestand in Zentralamerika. Wiederaufforstung ist dringend notwendig.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

INKOTA-netzwerk

Website

http://www.inkota.de/

Zertifiziert durch

Initiative für Transparente Zivilgesellschaft

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