Tag 23
Eine warme Mahlzeit für ein Straßenkind in Peru

Ohne Hunger schlafen gehen!

Straßenkinder in Peru

„Nicht, wenn du kein Geld hast, bist du wirklich arm, sondern dann, wenn du die Hoffnung auf deine Zukunft verloren hast.“ Dies ist jetzt der Wahlspruch des zehnjährigen Carlos. Mit 7 Jahren verließ er seine Familie aus Furcht vor den Schlägen des brutalen Vaters und verbrachte die Tage und Nächte im Stadtzentrum von Lima. In ständiger Angst vor Überfällen und Misshandlungen, hungernd und frierend, betäubte er sich mit Schnüffelklebstoff und Alkohol. Er bettelte und stahl, wusch an den Straßenkreuzungen die Scheiben haltender Autos oder half als Lastenträger, um sich ein wenig zum Essen zu verdienen. Irgendwann traf ihn eine Streetworkerin von Generación und lud ihn ein, in das Haus nach San Bartolo, im Süden Limas zu kommen. Zunächst zögerlich, dann mit wachsendem Vertrauen nahm er die Hilfe an. Er hat nun neue Lebensperspektiven.

Notwendigkeit

 

Ernährung und Bildung für auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche in Lima, Peru.

Aktivität

 

Die NGO kauft Nahrungsmittel für die Mahlzeiten der Straßenkinder. Sie wohnen in der Einrichtung, werden betreut und können die Schule besuchen. Es werden sportliche und kreative Angebote gemacht.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Straßenkinder, die eine warme Mahlzeit erhalten konnten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Messbarer Rückgang der drogensüchtigen Kinder

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die peruanische Gesellschaft setzt sich mehr mit dem Problem der Straßenkinder auseinander und es gibt größere Unterstützung für sie.

Hintergrund

In Peru leben von einer Gesamtbevölkerung von 30.000.000 Menschen circa zwei Millionen in extremer Armut, d.h. sie haben ein Einkommen von weniger als 1,25 US-$ am Tag (UNICEF, 2011). Hierbei sind die Kinder besonders betroffen. Ein Drittel der Bevölkerung ist unter 18 Jahren und jedes dritte Kind muss arbeiten, um zum Überleben seiner Familie beizutragen. Hier werden sie oft als billige Arbeitskräfte ausgebeutet (UNICEF, 2013). Wieder andere schätzen, dass sogar jedes zweite Kind arbeitet (Save the Children, Peru, 2013). Der Bürgerkrieg des „leuchtenden Pfades“ von 1980-2000 machte viele Kinder zu Vollwaisen und es gab einen explosionsartigen Anstieg von verlassenen Kindern, die auf der Straße lebten (CVR, 2009). Das hat dazu geführt, dass sich viele Menschen hieran gewöhnten und deren Lebenssituation nicht mehr wahrnahmen. Weil sie im Stadtbild stören, werden sie schlecht behandelt und oft verjagt. Der peruanische Staat kümmert sich wenig um das Schicksal der Straßenkinder. Das neoliberale Wirtschaftsmodell der letzten Jahrzehnte vergrößert weiter die Schere zwischen arm und reich. Armut und Gewalt in vielen Familien treibt Kinder in der Hoffnung nach einem besseren Leben auf die Straße. Hier sind sie ständigen Übergriffen und Vertreibungen ausgesetzt, gehen nicht zur Schule und versuchen, sich irgendwie „durchzuschlagen“. Um sich zu betäuben, schnüffeln sie oft Klebstoff, greifen zu noch härteren Drogen oder Alkohol. Sie befinden sich in einem Teufelskreis und ihr Leben verläuft praktisch perspektivlos.

Die gute Tat

Durch ein offenes Konzept der Streetworkerarbeit spricht das Projekt Generación auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche an. Eine warme Mahlzeit am Tag ist dabei ein guter Einstieg. Die Kinder erhalten in der Zufluchtsstätte in San Bartolo Unterkunft, Verpflegung und Betreuung und können die Schule besuchen, Schulabschlüsse nachholen und leichte Berufstätigkeiten erlernen, so dass sie in die Lage versetzt werden, eigenständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Manchmal erhalten sie einen Kleinkredit, um ein eigenes Geschäft aufzubauen. Durch politische Arbeit versucht Generación den peruanischen Staat dazu zu bewegen, seine Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen. Außerdem unterstützt Generación die Bewegung der arbeitenden Kinder, welche für ihre Rechte kämpfen, um nicht Opfer von Ausbeutung zu werden.

Herausforderung

Die Kinder nehmen freiwillig an dem Programm teil. Sie müssen nicht sofort das Leben auf der Straße aufgeben, um in einem geschlossenen Heim zu leben. Nach und nach gewöhnen sich die Kinder an die neuen Lebensverhältnisse, und die Veränderungen in ihrem Leben festigen sich. Sie erleben, wie es allmählich bergauf geht und haben erste Erfolge. Das Leben auf der Straße hat sie gelehrt, viele Konflikte mit Gewalt zu lösen. Dies abzulegen ist schwer.

Über Peru

Lima

Hauptstadt

30814175

Einwohnerzahl

6.659,81 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

77

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Ein Viertel der Gletscher von Peru ist seit 1970 bereits abgeschmolzen. Beim Abbau von Zink, Zinn, Wismut, Blei und Gold liegt Peru in Lateinamerika an erster Stelle, bei Silber gilt das sogar weltweit.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Welthaus e.V.

Zertifiziert durch

DZI, Venro Verhaltenskodex, Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Weiterführende Links