Tag 9
1 m² Urwald wird in Kanada geschützt

Ein Zuhause für Urwaldriesen

Schutz der Urwälder Westkanadas

Wenn sich der Nebel der schroffen Küste lichtet, enthüllt er 1.800 Jahre alte Alaska-Zedern, behangen mit Moos und Flechten. Ein Otter schlüpft aus seinem Bau zwischen knorrigem Wurzelwerk und gleitet geräuschlos ins Meer. Das Ehrfurcht einflößende Geheul eines Wolfsrudels hallt durch die Bucht. Willkommen in der Wildnis. Der Regenwald der gemäßigten Klimazone Westkanadas ist ein Wunder der Natur. Von seinen Eigenschaften profitieren wir auf der ganzen Welt: Wie eine natürliche Klimaanlage kühlen Dunst und Wolken über dem Wald die Luft in der Atmosphäre. Außerdem produzieren die Bäume Sauerstoff, den wir zum Atmen benötigen. Regenwälder der gemäßigten Breiten sind Waldökosysteme, die sich ähnlich den tropischen Regenwäldern durch ihren besonderen Wasserhaushalt auszeichnen. Im langjährigen Mittel fallen hier mehr als 2.000 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Diese Mengen werden in gemäßigten Breitengraden vorrangig an den Hängen von Küstengebirgen erreicht. Die Urwälder Kanadas wirken der Luftverschmutzung und dem Klimawandel entgegen, doch nur rund 25 Prozent des beeindruckenden Ökosystems konnten erhalten bleiben (Boreal Birds, 2020).

Notwendigkeit

 

Schutz von Urwäldern als Lebensraum für Artenvielfalt und als Puffer gegen den Klimawandel.

Aktivität

 

Die Stiftung Wilderness International kauft bedrohte, ökologisch besonders wertvolle Flächen mit Grundbucheintrag und schützt sie für die Zukunft.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der gekauften und unter Naturschutz gestellten Quadratmeter im temperierten Regenwald.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Abholzung und CO2-Freisetzung werden reduziert. Ein großes, zusammenhängendes Wildnis-Naturschutzgebiet wird als Lebensraum für Artenvielfalt geschaffen.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Das Ökosystem temperierter Regenwald ist langfristig geschützt und leistet einen weltweiten Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.

Hintergrund

Je älter Wälder werden, desto größer wird ihre genetische Vielfalt und desto besser werden die Fortpflanzungsbedingungen für ihre Bewohner (Mosseler, 2003). So garantieren Urwälder das Überleben unzähliger Arten. Leider gibt es weltweit immer weniger Urwälder. Der unschätzbare Wert der Amazonaswälder und deren Bedrohung sind allgemein bekannt. Doch kaum jemand spricht von dem „vergessenen“ Ökosystem British Columbias: Dort befindet sich die letzte große zusammenhängende Fläche temperierten Regenwaldes der Welt (DellaSalla, 2010). Insgesamt sind 57 Prozent der Landfläche British Columbias mit Wald bedeckt (Gilani and Innes, 2020). Doch ausgerechnet British Columbia erlaubt weiterhin die großflächige Abholzung von 600 bis 1.800 Jahre alten Urwaldriesen und unterstützt dies sogar (Wu, 2019). Die kanadische Provinz ist weltweit einer der größten Exporteure von Holzfasern. In der Forstwirtschaft in British Columbia waren 2015 insgesamt 145.800 Menschen in mehr als 7.000 Unternehmen beschäftigt (CPA, 2015). Die Forstindustrie sorgt für jährliche Einnahmen von 15,7 Milliarden US-Dollar. Als Provinz mit forstwirtschaftlicher Tradition hat British Columbia lange Zeit den Fokus darauf gerichtet, wie Wälder am effizientesten abgeholzt werden können. Im Zuge dessen hat sich die Technik des Kahlschlags etabliert – mit verheerenden Folgen: Lebensräume verschwinden, der Artenreichtum geht zurück. So kommt es aufgrund fehlender Regenfälle zu Niedrigwasser in Flüssen, was wiederum die Lachswanderung erschwert. Ganze Lachspopulationen brechen zusammen, und damit die Nahrungsquelle für Wölfe, Bären und Adler. Auch dem Wald fehlen dann wichtige Nährstoffe; die riesigen Urwaldbäume können nicht mehr wachsen. Im Zeitraum zwischen 2003 und 2010 war allein die Abholzung in British Columbia für einen jährlichen Treibhausgasausstoß von 49,5 Millionen Tonnen verantwortlich (Wieting, 2015), etwas mehr als die Gesamtemissionen Finnlands (42,6 Millionen Tonnen). Die Ursachen für die Entwaldung im Westen Kanadas liegen insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft, der Urbanisierung, der Energieinfrastruktur und dem Transportwesen (Gilani und Innes, 2020). Besonders stark sind auch die Indigenen der Region, die First Nations, von der Abholzung der Wälder betroffen. Für sie sind die Wälder bis heute die Grundlage ihrer traditionellen Nahrung, ihrer Kultur und Spiritualität.

Die gute Tat

Dank Deiner guten Tat wird heute 1 Quadratmeter Wildnis im temperierten Regenwald British Columbias dauerhaft unter Schutz gestellt. Damit wird die Zerstörung der Wälder verhindert. So bleibt ein einzigartiger Lebensraum für Arten wie Wolf, Fischotter und Riesenlebensbaum erhalten. Außerdem leistest Du einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz, denn die Jahrtausende alten Urwaldriesen und Moore sind gigantische Speicher von CO2, das sonst freigesetzt werden und die Erderwärmung beschleunigen würde. Die Wildnisgebiete werden gekauft und deren Erwerb wird im Grundbuch festgehalten. Durch das kanadische Eigentumsrecht ist der Schutz damit rechtssicher und langfristig.

ÜberKanada

Ottawa

Hauptstadt

37.589.260

Einwohnerzahl

43.602 $

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 13 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Kanada ist der zweitgrößte Flächenstaat der Erde. Gleichzeitig leben dort nur 36 Millionen Menschen.