TAG 22
Eine Handwaschstation für ein Dorf in Pakistan

Infektionskrankeiten

durch Handwaschmöglichkeiten vermeiden

Nach dem Klo und vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen! Fast jedes Kindergartenkind kennt diesen Vers. So wird Händewaschen ganz schnell zur Gewohnheit. Doch in den ländlichen Regionen Pakistans gibt es wenige Schulen, keine Kindergärten und das Wissen um solche Verhaltensweisen ist oftmals nicht vorhanden. In vielen Gegenden herrscht zudem großer Wassermangel. Das Wasser reicht kaum zum Kochen und Trinken. Die eigene Körperhygiene kommt da häufig zu kurz. Gebadet wird in Bächen und Teichen. Diese werden ebenfalls für das Waschen der Kleidung und als Viehtränke verwendet. Nicht selten sieht man Kinder an den Waschstellen der Mütter baden. Toiletten oder Waschplätze sieht man hingegen kaum. Die Wege der Krankheitserreger zum Menschen, z. B. über Hände, Wasser oder Essen, sind daher kurz und führen regelmäßig zu Infektionskrankheiten.

Notwendigkeit

 

Bessere Hygieneversorgung für die Bevölkerung

Aktivität

 

Aufbau der Handwaschstationen

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Handwaschstationen, die aufgebaut werden konnten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Messbarer Rückgang von Atemwegs- und Durchfallerkrankungen insbesonders unter den Kindern. Messbarer Rückgang an krankheitsbedingten Fehltagen in der Schule.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Reduzierung der Kindersterblichkeit durch Infektionskrankheiten und Verbesserung der Gesundheitssituation in der Bevölkerung

Hintergrund

Laut den Vereinten Nationen sterben jährlich sind Atemwegserkrankungen und Durchfallerkrankungen mit die Hauptursachen für Kindersterblichkeit weltweit. In Pakistan verursacht die Wasserverschmutzung laut einer UNICEF 60 % der Kindersterblichkeit. Gleichzeitig kann richtiges Händewaschen mit Seife viele Todesfälle durch Durchfallerkrankungen und Atemwegserkrankungen verhindern. Damit gilt Händewaschen mit Seife als effektivste Methode, die hohe Kindersterblichkeit aufgrund dieser Erkrankungen zu reduzieren. Trotzdem ist es zu den kritischen Zeitpunkten (d. h. vor dem Essen/Essenszubereitung, nach dem Toilettengang) besonders in den ländlichen Regionen Pakistans extrem selten. Menschen mit geschwächtem Immunsystem (Kinder, Schwangere, Alte, Kranke) sind besonders anfällig für Keime. Daher sind Aufklärung und die Schaffung von Waschmöglichkeiten unbedingt notwendig, um Kinder zukünftig zu schützen. Studien zeigen, dass Aufklärungsveranstaltungen in Schulen das Risiko deutlich reduzieren und die Anzahl der Fehltage bis zu 50 % reduzieren können.

Die gute Tat

Die Tippytaps sind ein einfaches und aus lokalen Materialien zu bauendes Instrument zum Händewaschen mit Seife. Es ist besonders wassersparsam, sehr kostengünstig und kann jederzeit von der Bevölkerung nachgebaut bzw. repariert werden. Es entstehen keine Folgekosten nach Projektende. Die Zielgruppe wird das Tippytap selber und nach eigenen Wünschen und Vorlieben konzipieren, dadurch wird das Verantwortungsgefühl gestärkt.

Herausforderung

Händewaschen muss zur Gewohnheit werden. Aufklärungsmaßnahmen in der gesamten Familie sind wichtig, um alte Gewohnheiten zu ändern. Höheres Bewusstsein und die Möglichkeiten zum Händewaschen sind ein wichtiger erster Schritt, doch müssen solche Verhaltensweisen langfristig eingeübt werden und in die Gewohnheiten der Menschen übergehen. Die Herausforderung besteht daher in der langfristigen Verhaltensänderung.

Über Pakistan

Islamabad

Hauptstadt

184.662.000 (2013)

Einwohnerzahl

1.296 US$

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

146

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

5 der weltweit 14 Achttausender liegen auf pakistanischem Gebiet, u. a. K2 und Nanga Parbat. Im Norden Pakistans treffen mit dem Hindukusch, dem Karakorum und dem Himalaya die drei höchsten Gebirgszüge der Erde zusammen.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Action Medeor

Zertifiziert durch

DZI-Spendensiegel, Mitglied im Deutschen Spendenrat e.V., Transparenzpreis PWC 2012

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