TAG 13
Ein Tag Studium für einen Jugendlichen in der DR Kongo

Studienstipendien

für kluge Köpfe

Legény Numbi Shaka ist Stipendiat von Studieren Ohne Grenzen; er hat sich mit einer eigenen Projektidee beworben. Während Studieren ohne Grenzen ihm sein Studium finanzierte, wirkte er schon selbst als Wissensmultiplikator in Kindu und ist damit eigenständig an der Verbesserung der Bildungssituation in seinem Land tätig. Wie er das macht? Legény hatte die geniale Idee, den lokalen Radiosender für seine Projektidee zu gewinnen. Seit nunmehr zwei Jahren organisiert er eine Radiosendung beim lokalen Sender KFM, bei der er mit verschiedenen Schulklassen aus der Region ein Quiz veranstaltet, um die Verbreitung von Wissen in der Region Maniema zu fördern. Legény sagt: „Ich möchte die Neugier der Kinder an Bildung wecken und sie ermutigen, Bücher und Zeitungen zu lesen, damit sie eine kritische Meinung entwickeln können".

Notwendigkeit

 

Studenten, die sich das Studium nicht leisten können

Aktivität

 

Studiengebühren werden übernommen und die Entwicklung eigener Projekte wird unterstützt

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Studenten, deren Studiengebühren übernommen werden können

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Anzahl der Studenten, die einen höheren Bildungsabschluss erlangen und Anzahl der Studenten, die eigene Projekte erfolgreich umsetzen

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserte Bildungschancen für bedürftige Jugendliche, Förderung von Eigeninitiative, Erreichen weiterer Menschen durch Multiplikatoreneffekt der StipendiatInnen

Hintergrund

Die Demokratische Republik Kongo hat stark unter den Bürgerkriegen zwischen 1996 und 2003 gelitten. Kindu, die Hauptstadt der Provinz Maniema im Osten des Landes, in der unser Projekt angesiedelt ist, war besonders stark von den Kriegen betroffen. Insgesamt fünf Jahre lang sind große Teile Kindus von verschiedenen Rebellentruppen besetzt gewesen. Armut und Arbeitslosigkeit sind in Kindu sehr hoch, die Infrastruktur ist extrem schlecht und der Zugang zu höherer Bildung teuer, da aufgrund der isolierten Lage der Stadt Professoren aus der Hauptstadt Kinshasa eingeflogen werden müssen. Viele Jugendliche können sich daher kein Studium leisten. Der Ausschluss der sozial schwächeren Bevölkerung von höherer Bildung wird allgemein als sehr negativ für das Entwicklungs- und Wiederaufbaupotential des Landes betrachtet. Hier möchten wir ansetzen, da wir davon überzeugt sind, dass diese Regionen junge, qualifizierte Kräfte brauchen, die ihre Region eigenständig wieder aufbauen können und so zu einem nachhaltigen Frieden beitragen. Trotz einer Größe von über 200.000 EinwohnerInnen ähnelt der größte Teil Kindus einem großflächigen Buschdorf. Die Armut ist sehr groß, die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 40 % und die Infrastruktur ist extrem schlecht. Erreichbar ist Kindu nur per Flugzeug oder mit dem alten Dieselzug von Lubumbashi, der für die Strecke von ca 1500 km ca. einen Monat braucht - also länger als ein Fahrrad. Geteerte Straßen gibt es nicht und die bestehenden Straßen sind nach spätestens 50 -100 Kilometern wegen zerstörter Brücken für größere Fahrzeuge unpassierbar. Die schlechte Erreichbarkeit macht alle nicht lokal produzierten Waren sehr teuer. Noch immer ist ein großer Teil der Einwohner unterernährt.

Die gute Tat

Die Jugendlichen, die gefördert werden, entwickeln während ihres Studiums eigene Projekte, die nach dem Studium umgesetzt werden und einen Beitrag zum Wiederaufbau ihrer Heimat leisten sollen. Dadurch sind die Stipendiaten nicht nur Studenten, sondern wirken zugleich als Multiplikatoren der eigenen Bildung und des eigenen Wissens, wodurch die gesamte Region von der Förderung profitiert und eine wesentlich größere Gruppe an Menschen erreicht werden kann. Hierdurch kann unser Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungssituation vor Ort leisten.

Herausforderung

Jahrzehntelange entwicklungspolitische Praxen haben Geber- und Nehmermentalitäten gefestigt, die in den Köpfen verankert sind. Dieses Denken zu durchbrechen und die StipendiatInnen davon zu überzeugen, dass sie selbst das Potential haben, zum Wiederaufbau ihrer Heimat beizutragen und nicht ausschließlich auf Hilfe „von außen“ angewiesen sind, bildet eine große Herausforderung, der die Organisation durch die Unterstützung einer eigenen Projektidee begegnen.

Über Demokratische Republik Kongo

Kinshasa

Hauptstadt

67.514.000 (2013)

Einwohnerzahl

237 US$

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

186

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Zweitgrößter Staat Afrikas, liegt im Herzen des Kontinents; trotz seines immensen Rohstoffreichtums zählt der Staat zu den ärmsten Ländern der Welt.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Studieren ohne Grenzen Deutschland e.V.

Zertifiziert durch

Initiative Transparente Zivilgesellschaft Auszeichnung Deutschland : Land der Ideen 2010 Ashoka CoachingInitiative Transparente Zivilgesellschaft Auszeichnung Deutschland : Land der Ideen 2010 Ashoka Coaching

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