Tag 13
Eine kleine Mahlzeit für ein benachteiligtes Kind in Deutschland

Kleine Mahlzeit – große Wirkung!

Kinderarmut in Deutschland

Wenn Mateo und seine Schwester Vanessa die Wohnung verlassen, sieht man ihnen die Armut nicht unmittelbar an. Sie tragen keine kaputte Kleidung, sie besitzen Spielsachen und gehen regelmäßig zur Schule. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die beiden Geschwister keine ausgewogene Ernährung bekommen und nicht bei bester Gesundheit sind; sie haben geringere Bildungschancen und leiden unter sozialer Ausgrenzung. So wie Mateo und Vanessa geht es 2,7 Millionen Kindern in Deutschland (5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, 2017). Ein starkes Umfeld kann sie dabei unterstützen, ihre Lebenssituation zu verbessern. Zu einem solchen Umfeld zählen beispielsweise Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die Kinder wie Mateo und Vanessa beim Heranwachsen begleiten. Hier können sie nach Schulschluss an vielen kostenlosen Freizeit- und Bildungsangeboten teilnehmen und erhalten gesunde Mahlzeiten. Gemeinsamen mit den Pädagoginnen und Pädagogen erledigen sie ihre Hausaufgaben, erhalten Unterstützung und stärken dabei ihre Fähigkeiten und Alltagskompetenzen.

Notwendigkeit

 

Lebensmittel und Ernährungskompetenz für armutsbetroffene Kinder in Deutschland.

Aktivität

 

In den offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen bereiten Pädagoginnen und Pädagogen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen kleine Mahlzeiten zu und essen mit ihnen zusammen.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der kleinen Mahlzeiten, die von Kindern zubereitet und gegessen werden.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Kinder erhalten eine gesunde Ernährung, können sich besser konzentrieren und erweitern ihr Ernährungswissen.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die Entwicklungschancen armutsbetroffener Kinder in Deutschland verbessern sich.

Hintergrund

Kinderarmut ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Laut den offiziellen Berichten der deutschen Bundesregierung wachsen derzeit 2,7 Millionen Kinder in Armut auf (5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, 2017). Das ist jedes fünfte Kind in Deutschland. Eine Langzeitstudie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung belegt, dass ein Aufstieg aus dieser Armutslage unwahrscheinlich ist (Tophoven et al., 2017). Für die von Armut betroffenen Kinder zeigen sich gravierende Auswirkungen in allen wesentlichen Lebensbereichen. Dazu zählen Bereiche der Grundversorgung wie Ernährung, Bekleidung, Gesundheit, Wohnung oder das Kinderzimmer. Aber auch die sozialen Kontakte der Kinder und ihr Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen werden durch die Armutslage beeinflusst (Chassé, 2010). Den betroffenen Kindern fehlen wichtige Erfahrungen, die für viele andere Kinder und Erwachsene selbstverständlich sind. Dazu zählen insbesondere Momente der Unbeschwertheit in einem Alltag, der von zahlreichen Sorgen und Ängsten belastet ist. Aufgrund ihrer Armut erfahren diese Kinder soziale Ausgrenzung, was sie langfristig oft zu Außenseitern unserer Gesellschaft macht.

Die gute Tat

Deine gute Tat ermöglicht die Versorgung von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen in deutschen Städten mit einer kleinen gesunden Mahlzeit. Mit Deiner Unterstützung lernen sie nach Schulschluss in einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendhilfe, etwas Gesundes zu kochen und gemeinsam zu essen. Diese Mahlzeit hilft ihnen, sich gesättigt und aufnahmefähig den vielfältigen Nachmittagsangeboten der Einrichtung zu widmen. Hierzu zählen Sport- und Musikprojekte und häufig Hausaufgabenhilfe. Die Hausaufgabenhilfe unterstützt die Kinder dabei, den Unterrichtsstoff der Woche nachzubereiten, um in der Schule Schritt halten zu können. Da sich die meisten Familien keine Nachhilfeangebote leisten können, sind die offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen wichtige Anlaufstellen für die Kinder.

ÜberDeutschland

Berlin

Hauptstadt

83.132.800

Einwohnerzahl

46.946 $

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 4 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Mit über 40 Prozent haben in Deutschland Alleinerziehende die mit Abstand höchste Armutsquote. Dies betrifft vor allem Frauen, die zu 90 Prozent diese Gruppe ausmachen. (Aust et al., 2018)