Tag 21
Drei Stück Seife für burundische Flüchtlinge in der DR Kongo

Das vergessene Flüchtlingslager

Katastrophale Hygienebedingungen burundischer Flüchtlinge im Osten der DR Kongo

Eine junge Mutter ist mit ihrem dreijährigen Kind aus der burundischen Hauptstadt Bujumbura über die Grenze in den benachbarten Kongo geflüchtet. In Todesangst hat sie sich zusammen mit vielen anderen Familien auf den Weg gemacht, weil Milizen der Regierung Jagd auf jeden machen, der mutmaßlich gegen den burundischen Präsidenten ist. Nun befindet sie sich mit mehr als 15.000 anderen burundischen Flüchtlingen in einem Zeltlager nahe der Grenze in Lusenda, das das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) errichtet hat. Eigentlich wären die beiden jetzt in Sicherheit und es würde ihnen besser gehen, als in dem provisorischen Strohhüttenlager, wo die Flüchtlinge noch vor wenigen Monaten überleben mussten. Doch das Kleinkind erkrankt an Cholera und schwebt in Lebensgefahr. Diese Infektionskrankheit betrifft vor allem Regionen mit schlechter Trinkwasserversorgung und mangelnden hygienischen Bedingungen – insbesondere mangelnder Händehygiene. Bleiben die schweren Durchfälle bei dem Kleinkind unbehandelt, kann die Krankheit tödlich enden. Gefährdet sind unterernährte und geschwächte Menschen, insbesondere Kinder sowie ältere Menschen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen beugt Infektionskrankheiten vor und mindert deutlich das Risiko daran zu erkranken.

Notwendigkeit

 

Seife für burundische Flüchtlinge, um regelmäßiges Händewaschen sicherstellen zu können.

Aktivität

 

action medeor kauft Seife auf einem lokalen Markt im Kongo und verteilt diese bei Aufklärungsveranstaltungen über Hygiene an die Flüchtlinge.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der Flüchtlinge, die ein Stück Seife erhalten haben.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Flüchtlinge haben die Möglichkeit, sich regelmäßig die Hände zu waschen und vermindern dadurch das Risiko an wasserbasierten Krankheiten zu erkranken.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Reduzierung der wasserbasierten Krankheiten durch verbesserte Hygienebedingungen und eine nachhaltige Sensibilisierung im Bereich Gesundheit

Hintergrund

Seit April 2015 herrschen in dem ostafrikanischen Burundi, starke Unruhen aufgrund von Protesten gegen den Präsidenten Pierre Nkurunziza. Dieser wurde von der Regierungspartei für eine dritte Amtszeit vorgeschlagen, was gegen die Verfassung verstößt. Trotz der Proteste und internationaler Kritik, fand die Wahl im Juli statt, bei der er trotz einem Boykott der Opposition fast 70% der Stimmen erhielt. Die Lage im Land ist unübersichtlich und angespannt. Tausende Menschen flüchten in die Nachbarländer, DR Kongo und Tansania. Laut dem UNHCR leben über 15.000 Flüchtlinge im Osten der DR Kongo. Die tatsächliche Zahl ist vermutlich viel höher, da die Grenzregion als unübersichtlich gilt. Schätzungen gehen von zusätzlichen 5.000 Menschen aus. Zu Beginn der Krise gab es in dem provisorischen Flüchtlingslager in Lusenda nur einige selbstgebaute Strohhütten. Die Flüchtlinge tranken das verdreckte Wasser aus einem nahegelegenen Fluss. Dieser ist auch Brutstätte für Moskitos, die Malaria übertragen können. Neben Malaria gab es viele Fälle von Cholera und Durchfallerkrankungen vor allem bei Kindern, Schwangeren und Alten. Die Vereinten Nationen errichteten ein offizielles Flüchtlingslager mit Zelten, anstatt Strohhütten. Trotz allem sind die hygienischen Bedingungen nach wie vor sehr schlecht.

Die gute Tat

action medeor verteilt mit dem lokalen Partner AFPDE Seife an die Flüchtlinge. Neben der Verteilung von Seife ist die Aufklärung über Hygienemaßnahmen ein wesentlicher Bestandteil des Nothilfeprojekts. Ziel des Projektes ist, hygienebedingte Erkrankungen wie Durchfall, Cholera und Magendarminfektionen zu reduzieren und langfristig zu vermeiden. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife ist der effektivste und kostengünstigste Weg wasserbasierten Krankheiten vorzubeugen.

Herausforderung

Eine große Herausforderung wird die gerechte Verteilung der Seife sein. Sie hängt von der Personenanzahl einer Familie ab. Wie bei der Verteilung von Essen, ist eine detaillierte Planung von Nöten, um einen Überblick über die Familienverhältnisse zu bekommen.

Über Demokratische Republik Kongo

Kinshasa

Hauptstadt

77 266 800

Einwohnerzahl

470 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

176

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

1976 wurde in der DR Kongo erstmals das Zaire-Ebolavirus entdeckt, welches nach dem Fluss Ebola, nahe dem Ursprungsort der Krankheit, benannt wurde. Dies ist die gefährlichste Spezies des Ebolavirus.

Über die Organisation und weitere Informationen

Organisation

Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.

Website

https://medeor.de

Zertifiziert durch

Initiative Transparente Zivilgesellschaft

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