Tag 22
Eine helfende E-Mail für eine jugendliche Person in Deutschland

Jugendliche rechtzeitig auffangen

Prävention von Selbstmorden in Deutschland

„Ich danke Dir von ganzem Herzen, dass Du mir geholfen hast, den Wert des Lebens zu erkennen.“ Dieses Feedback hat der Online-Berater Frank von einer 17-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen bekommen. Wahrscheinlich befand sie sich zum Zeitpunkt ihrer ersten E-Mail an die Beratungsstelle in der größten Krise ihres bisherigen Lebens. Viele junge Menschen schotten sich ab, wenn es ihnen nicht gut geht. Oft schämen sie sich für ihre Probleme oder befürchten negative Konsequenzen, die ihr ganzes Umfeld erschüttern könnten. Viele trauen sich nicht, die Hürde zu nehmen und mit Freundinnen und Freunden, Familie oder anderen Bezugspersonen über ihre Gefühle und Probleme zu sprechen. Aber wohin wenden sie sich dann? Die anonyme Online-Beratung des Vereins jungundjetzt ist für viele eine Anlaufstelle. Das Feedback der jungen Frau ist ein Glücksfall. Es zeigt, was durch gute Kommunikation entstehen kann und dass aus den persönlichen Krisen keine Katastrophen werden müssen.

Notwendigkeit

 

Unterstützung für suizidgefährdete Jugendliche und Beantwortung ihrer Online-Hilferufe.

Aktivität

 

Online-Beraterinnen und Berater beantworten die Hilferufe von suizidalen Jugendlichen und werden im Umgang mit dem Thema weitergebildet und intensiv geschult.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der beantworteten Hilferufe von suizidgefährdeten Jugendlichen.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Die jährlich rund 1.000 Notrufe von suizidalen Jugendlichen werden schneller durch qualifiziertes Personal bearbeitet. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt innerhalb eines Tages.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Junge Menschen setzen Suizidabsichten seltener in die Tat um. Die Anzahl vollzogener Suizide sinkt.

Hintergrund

Suizid ist noch immer ein gesellschaftliches Tabuthema, obwohl in Deutschland jede Stunde ein Mensch durch Selbsttötung stirbt (Statistisches Bundesamt, 2020b). Unter Jugendlichen ist Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache (Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 2020). Acht von zehn Menschen, die sich das Leben nehmen, kündigen ihre Tat vorher an. Viele von ihnen sehnen sich dabei vor allem nach Unterstützung; sie wollen mit ihren Sorgen und ihrem Leid gesehen werden. Insbesondere jungen Menschen fehlt es in einer kritischen Lebensphase häufig an Menschen, die ihnen einen Weg aus der Krise weisen. Selbst wenn sie es schaffen, sich zu öffnen, fürchten ihre Gesprächspartner meist, etwas Falsches zu sagen und die betroffene Person in ihren Suizidgedanken vielleicht noch zu bestärken. Die Scheu vor diesem Thema zieht sich bis in die wissenschaftliche Forschung und Aufklärung hinein. So bleiben zahlreiche Hilferufe bis heute ungehört und Suizidversuche, besonders von jungen Menschen unter 25, unerkannt. Menschen, die sich vertrauensvoll an Beratungsstellen wenden, brauchen deshalb Personen, die ihnen zuhören, ihre Anliegen und Sorgen ernst nehmen.

Die gute Tat

Mit Deiner heutigen Spende ermöglichst Du, dass ein Hilferuf einer jugendlichen Person durch geschultes Fachpersonal online und anonym beantwortet wird. Besonderer Fokus der guten Tat liegt dabei auf Hilferufe, die von suizidgefährdeten jungen Menschen eingehen. Fachkräfte der Online-Beratung werden durch die Spende gezielt zum Umgang mit dem Thema Suizid weitergebildet. Die Beraterinnen und Berater sollen sicherer mit Notrufen von suizidgefährdeten Jugendlichen umgehen können. Dadurch soll insbesondere die Beantwortungszeit der Suizidnotrufe verkürzt werden, damit die jugendlichen Personen noch schneller Hilfe erhalten. Das Ziel: Die erste Kontaktaufnahme zu den suizidgefährdeten Jugendlichen soll innerhalb eines Tages erfolgen. Die gute Tat ist somit ein wichtiger Schritt, um die Selbstmordrate unter jugendlichen Menschen zu senken.

ÜberDeutschland

Berlin

Hauptstadt

83.132.800

Einwohnerzahl

46.946 $

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

Rang 4 von 189

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Glückliche Kindheit für alle? 2018 waren 2,4 Millionen junge Menschen in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. 2018 und 2019 wurden jeweils 10 Prozent mehr Fälle von Kindeswohlgefährdung im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. (Statistisches Bundesamt, 2020)