Tag 10
Das Ei einer Meeresschildkröte wird am Strand in Kenia geschützt

Meeresschildkröten: Urzeitliche Meeresreptilien, die bald nur noch in Museen zu finden sind?

Schutz der Nester von Meeresschildkröten

Seit mehr als 100 Millionen Jahren durchqueren Meeresschildkröten unsere Weltmeere. Sie haben die Dinosaurier überlebt und Kontinentalverschiebungen getrotzt. An das Leben im Meer sind sie perfekt angepasst. Ihren Kopf und ihre zu Flossen umgewandelten Extremitäten, können sie nicht mehr in den Panzer einziehen. Außerdem haben sie eine spezielle Salzdrüse, über die sie eine konzentrierte Salzlösung abgeben können, um den Salzgehalt in ihrem Blut zu regulieren. Sonst wäre ein Überleben im Salzwasser der Meere nicht möglich. Die urzeitlichen Meeresreptilien verbringen ihr ganzes Leben im Meer, nur zur Eiablage müssen die Weibchen an Land kommen, um am Strand ein Nest zu graben, in dem sie ihre Eier ablegen können. Bei der Auswahl des Niststrandes sind sie sehr wählerisch. Die Weibchen kommen zur eigenen Eiablage immer an den Strand zurück, an dem sie selber einst geschlüpft sind. Aus diesem Grund ist der Erhalt der Niststrände, wie beispielsweise von Watamu in Kenia, von so großer Bedeutung.

Notwendigkeit

 

Schutz der in Nestern vergrabenen Eier der Meeresschildkröten.

Aktivität

 

Wildhüter schützen die im Sand vergrabenen Eier der Meeresschildkröten vor Wilderern und der Störung durch touristische Aktivitäten.

Zählbare Leistung

Nach ca. 12 Monaten

Anzahl der durch die Wildhüter geschützten Eier in den Nestern der Meeresschildkröten.

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Mehr Nester als zuvor werden erfolgreich ausgebrütet. Dies erhöht die Anzahl der geschlüpften Meeresschildkrötenbabys und damit ihren Gesamtbestand.

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Die Überlebenschancen der Meeresschildkröten werden erhöht. Ihre Nistgebiete werden geschützt und die lokale Bevölkerung trägt zum Schutz bei.

Hintergrund

Meeresschildkröten sind weltweit verbreitet und sowohl in Küstennähe, als auch auf hoher See anzutreffen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Meer, nur zur Eiablage kommen die Weibchen an den Strand. Danach kehren sie zurück ins Meer, das Ausbrüten der Eier übernimmt die Sonne. Die Nutzung der Strände durch Fischer und insbesondere durch Touristen, hat in vielen Regionen ein Ausmaß erreicht, das die Nistaktivitäten der Meeresschildkröten sowie den Schlupferfolg der Schildkrötenbabys negativ beeinflusst und somit das Überleben der Meeresreptilien gefährdet (IUCN, 2004). Viele Niststrände werden durch den Bau von Straßen und Hotelkomplexen bedroht oder zerstört. Künstliche Lichtquellen wie Hotelbeleuchtungen und Straßenlaternen irritieren die Schildkrötenweibchen bei ihrem mühsamen Weg zur Eiablage am Strand. Auch von Menschen, die am Strand einen Spaziergang machen oder eine Party feiern, werden die Tiere oft gestört und vertrieben. Liegestühle, Sonnenschirme und andere Gegenstände stellen oftmals unüberwindbare Hindernisse für die Meeresschildkröten dar. Wenn sie keinen freien Weg zum Strand hinauf finden, kehren sie um. Dann kann es sein, dass sie ihre Eier im Meer ablegen, die dann verloren gehen. In manchen Regionen werden die Eier der Meeresschildkröten auch gezielt von Wilderern ausgegraben. Sie verkaufen die Eier als Delikatessen auf dem Schwarzmarkt (IUCN, 2008). Auch in Watamu fallen immer wieder frisch gelegte Nester Wilderern zum Opfer.

Die gute Tat

Die gute Tat schützt die Eier von Meeresschildkröten in ihren Nestern am Strand von Watamu in Kenia. Bereits bei der Eiablage stellen Strandpatrouillen sicher, dass die Meeresschildkröten am Strand ungestört ihre Eier ablegen können. Bis zum Schlupf werden die Nester vor Wilderern und der Störungen durch touristische Aktivitäten geschützt. Wenn das Nest in einem touristisch stark genutzten Bereich gelegt wurde, wird es an einen ungefährdeten Strandabschnitt umgesetzt. Zudem erfolgt ein Monitoring der Nistsaison, das Eiablage und Schlupferfolg berücksichtigt. Um den Schutz der Tiere nachhaltig zu fördern, werden Touristen und die einheimische Bevölkerung über die Bedrohung der Meeresschildkröten und das richtige Verhalten am Niststrand aufgeklärt.

Herausforderung

Eine große Herausforderung bei der Umsetzung der guten Tat ist es, die Nester nach der Eiablage aufzufinden. Die Meeresschildkröten legen ihre Eier in eine Mulde, die sie mit ihren Hinterflossen graben. Nach der Eiablage verschließt die Meeresschildkröte das Nest mit Sand. Mit den Vorderflossen wirft sie den losen Sand nach hinten. So tarnt sie das Nest. Sobald die Schildkröte wieder ins Meer gekrochen ist, zeigen nur noch ihre Spuren im Sand an, wo das Nest zu finden ist. Etwas später sind auch diese Spuren verweht. Aus diesem Grund suchen die Strandpatrouillen direkt nach Sonnenaufgang nach den Spuren der Schildkröten im Sand. Zu diesem Zeitpunkt können die geübten Wildhüter die Nester gut auffinden und die Standortdaten aufzeichnen.

Über Kenia

Nairobi

Hauptstadt

46 050 300

Einwohnerzahl

1 434 USD

Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf pro Jahr

145

Human Development Index
(Index der menschlichen Entwicklung)

Mehr als 40 Volksgruppen mit über 50 verschiedenen Sprachen und Dialekten leben in Kenia. Die offiziellen Amtssprachen sind Swahili und Englisch.