Die Region Chocó ist von bewaffneten Konflikten geprägt. Bewaffnete Gruppen schränken die Bewegungsfreiheit der Menschen stark ein.¹ Viele Orte sind nur über Flüsse oder lange Fußwege erreichbar. Für Mädchen kann der tägliche Schulweg deshalb zu weit und gefährlich sein. Gleichzeitig liegt die Analphabetismusrate in Chocó mit rund 10% deutlich über dem kolumbianischen Durchschnitt.²
MENSCHEN UND IHRE GESCHICHTEN
Ein sicherer Ort für echte Zukunftspläne
Bewaffnete Konflikte erschweren Mädchen in Chocó häufig den Zugang zur Schule.¹ Ein Platz im Wohnheim bietet ihnen Sicherheit, ermöglicht Bildung und stärkt sie darin, eigene Entscheidungen zu treffen.
Chocó im Nordwesten Kolumbiens besitzt eine beeindruckende natürliche Vielfalt. Gleichzeitig gibt es dort große soziale Unterschiede. Bewaffnete Gruppen schränken die Bewegungsfreiheit ein, und viele Orte sind nur über Flüsse erreichbar.¹ Für Mädchen sind Schulen deshalb oft schwer zu erreichen. Die Wege sind weit und in Konfliktgebieten gefährlich.
Vier von zehn jungen Frauen in ländlichen Gebieten Kolumbiens befinden sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.³ Ein sicherer Schulbesuch kann Mädchen neue Möglichkeiten für ihre Zukunft eröffnen.
Sirai ist 17 Jahre alt und gehört zum indigenen Volk der Embera. Sie erzählt von ihrem Leben vor dem Wohnheim:
"Der Weg zu meiner Schule im Dorf war viel zu weit und wurde immer gefährlicher. Bewaffnete Gruppen nahmen dort oft Kinder mit. Eine Flucht in die Stadt, um zur Schule zu gehen, konnten wir uns nicht leisten, weil das Leben dort zu teuer ist. Im Wohnheim in Istmina bin ich nun sicher. Ich kann endlich jeden Tag zur Schule gehen. Nachmittags basteln wir oft Armbändchen, wie wir es zu Hause auch mit den Frauen machen. Wir sind ja aus verschiedenen Kulturen, aber wir alle tanzen gern. Und so bringe ich zusammen mit anderen Embera-Mädchen unsere Tänze bei und wir lernen afrokolumbianische und Wounaan-Tänze. Das macht Spaß! Unsere Begleiterin macht mit uns viele Projekte, z.B. zum eigenen Körper, Nein-Sagen, Rechte von Kindern und Menschen. Mit ihr zusammen entscheiden wir auch die Regeln unseres Wohnheims - ganz schön schwierig, es allen recht zu machen. Ich lerne im Wohnheim so viel und freue mich, all dieses Wissen mit meiner Familie und meiner Gemeinde zu teilen und ihnen etwas davon zurückzugeben."
Bei dem indigenen Volk der Embera spielt die Bemalung des Körpers zu besonderen kulturellen, spirituellen oder persönlichen Anlässen eine wichtige Rolle. Zum Beispiel, wenn ein Mädchen zum ersten Mal seine Regelblutung bekommt. Erwachsene und Jugendliche schmücken sich mit Motiven aus der Natur. Im Wohnheim werden die Mädchen bestärkt, ihre Traditionen weiter zu praktizieren. Im Video ist zu sehen, wie sie die Farbe aus geriebenen Samen des Jagua-Baums herstellen und sich auf ein Fest vorbereiten.
Deine heutige Spende finanziert für Sirai und andere Mädchen nicht nur Schulunterricht, sondern auch ein Zuhause auf Zeit. Dort können sie sicher lernen, ihre Rechte kennenlernen und eigene Entscheidungen treffen. Dieses Wissen können sie später mit ihren Familien und Gemeinden teilen.




