Schulbildung – die reißt keine Flut fort

Recht auf Bildung in Bangladesch

Von der Distrikthauptstadt Rangpur aus ist es eigentlich nicht weit. Doch die abenteuerreiche Fahrt durch Dörfer und Reisfelder dauert lange. Am Ufer des Tiesta Flusses angekommen, steht eine Menschentraube um eine Holzbarke herum, bereit einzusteigen. Das Tuckern des Motors übertönt alle Gespräche. Auch Ziegen, Motorräder und Zementsäcke werden über den fast einen Kilometer breiten Fluss transportiert. Am gegenüberliegenden Sand Ufer steigen alle aus. Hier, im entlegenen Norden Bangladeschs, auf der Flussinsel Ishorkul, leben die Menschen seit Generationen mit den Gaben und Gefahren, welche die Natur ihnen beschert. Sie lieben ihre Heimat. Doch der Klimawandel stellt sie vor heftige Herausforderungen. Während der Regenzeit schwillt der Fluss an, reißt an der einen Stelle Land mit und lagert es an anderer wieder an.

Jetzt wurde auf der Schwemmlandinsel erstmalig eine Grundschule gebaut. Nur die reichen Dorfbewohner konnten sich bisher Schulbildung auf dem Festland leisten. Weniger als 20% der erwachsenen Männer und Frauen in der Region können lesen und schreiben.

Hintergrund

2,6 Millionen Kinder in Bangladesch haben keinen Zugang zu Grundschulbildung (UNICEF, 2014). Die tatsächliche Anzahl dürfte deutlich höher liegen, denn viele Kinder sind zwar offiziell in einer staatlichen Schule eingeschrieben, nehmen aber nicht am Unterricht teil. Insbesondere Kinder aus den ärmsten Familien und Kinder mit Behinderungen sind von Bildung ausgeschlossen.

In Ishorkul und anderen entlegenen Schwemmlandgebieten im Norden ist die Bildungssituation besonders schlecht. In vielen Dörfern gibt es keine staatliche Schule. Die Familien, die in extremer Armut leben, haben kein Geld für die tägliche Überfahrt zur Schule auf dem Festland und für Schulmaterial. Und obwohl die Eltern Bildung für sehr wichtig halten, erscheint es ihnen wirtschaftlich vernünftiger, ihre Kinder zu Hause arbeiten zu lassen: denn die Unterrichtsqualität an staatlichen Schulen ist dürftig. Die Kinder lernen dort sehr wenig. Die Investition in Bildung lohnt sich folglich nicht – und Geld für zusätzliche private Nachhilfe ist nicht vorhanden.

Doch jedes Kind hat ein Recht auf Bildung – unabhängig vom Verdienst der Eltern, vom Wohnort, von der Art seiner körperlichen und psychischen Möglichkeiten. Alle Kinder in der Schwemmlandregion sollen die Chance erhalten, einen menschenwürdigeren Weg einzuschlagen, der Armut zu entkommen, und für die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein.

Die gute Tat

Wir möchten Kindern aus extrem armen Familien in Bangladesch den Vor- und Grundschulunterricht ermöglichen. Wir haben 14 Schulen neu errichtet und bieten dort qualitativ hochwertige, inklusive Grundschulbildung für Kinder mit und ohne Behinderung an. Wir möchten Dorfgemeinschaften stärken, motivieren und befähigen, selbst die Trägerschaft dieser Schulen zu übernehmen. Insgesamt 42 Lehrkräfte und 5 SchulmanagerInnen werden beschäftigt und nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Herausforderung

Bangladesch gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Dabei hat das Land einen geringen CO₂-Ausstoß und trägt – verglichen mit Deutschland – fast nicht zu den Ursachen der Erderwärmung bei. Durch den Klimawandel regnet es im Norden des Landes stärker als in früheren Jahrzehnten, die Flüsse schwellen dadurch wesentlich schneller und heftiger an. Dies führt dazu, dass Familien von heute auf morgen umziehen müssen und die Kinder die Schule abbrechen. Da 14 Schulen in der Region vorhanden sind, das Projekt mit der Schulbehörde zusammenarbeitet und die Lehrkräfte im engen Kontakt mit den Eltern stehen, können sie dafür sorgen, dass die Kinder ihre Schullaufbahn auch an ihrem neuen Wohnort fortsetzen.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Gute Schulbildung für Kinder in Nordbangladesch.
Lokale Lehrkräfte unterrichten 6 bis 10-jährige Kinder mit und ohne Behinderung.
16 Lehrkräfte haben an Fortbildungen teilgenommen und 480 Kinder lernen Lesen, Schreiben und Rechnen.
Es wird erwartet, dass 480 Kinder, welche bisher von Bildung ausgeschlossen waren, die Grundschulabschlussprüfung ablegen.
Sinken der Analphabetenrate unter extrem benachteiligten Kindern und durchbrechen des Teufelskreises aus mangelnder Bildung und Armut

 

Organisation
NETZ e.V. Bangladesch - Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit
Vereinsregister-Nr.
VR 1790 Wetzlar
Zertifiziert durch
Initiative für Transparente Zivilgesellschaft,
DZI-Spenden Siegel,
VENRO-Verhaltenskodex
Weiterführende Links
Kontakt
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Initiative Transparente ZivilgesellschaftDZI Spenden-SiegelVENRO – Arbeitsgruppe Transparenz