Koalas - bekannt, beliebt und doch bald ausgestorben?

Futterbäume und Wanderkorridore schützen bedrohte Arten in Australien

Auch wenn Koalas aufgrund ihrer großen, flauschigen Ohren und der großen Nasen immer wieder mit Teddybären verglichen, oder als Koalabären bezeichnet werden, gehören sie doch zu der Gruppe der Beuteltiere. Im Gegensatz zu den Kängurus ist der Beutel der Koalas jedoch nach unten geöffnet. Eine weitere Besonderheit dieser faszinierenden Tiere - die auch zu ihrer Namensgebung beigetragen hat - ist, dass sie äußerst selten trinken. Sie decken ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich, indem sie wasserreiche Eukalyptusblätter essen. Der Name "Koala" entstammt einer Sprache der Aborigines und bedeutet etwa so viel wie "ohne Wasser" oder "der nicht trinkt". Auch wenn der Koala ein bekanntes Symboltier für Australien ist, ist nur wenigen bewusst, dass sie leider vom Aussterben bedroht sind.

Hintergrund

Die Australier ziehen immer häufiger in die direkte Nachbarschaft ihrer heimischen Wildtiere, wie beispielsweise den Koalas. Diese enge Nachbarschaft wird den Koalas immer stärker zum Verhängnis, denn ihr Lebensraum wird immer weiter zersiedelt. Dadurch stehen sie vor Hindernissen wie Straßen und Häusern, oder sie werden von streunenden Hunden aufgespürt und angegriffen. Mehrere Studien wurden mit alarmierenden Ergebnissen zur Bestandsentwicklung der Koalas veröffentlicht (EPA, 2007; DERM, 2009; NRMMC, 2009; DERM, 2012; Logan City Council, 2013). Wissenschaftliche Untersuchungen einer der bedeutendsten Koalapopulationen belegen einen Verlust an Koalas von über 50% (mehr als 2.300 Tiere) innerhalb von nur drei Jahren. Auch für andere Koalabestände wird befürchtet, dass sie derart hohe Verlustquoten aufweisen.

Der Südosten von Queensland gehört zu den Regionen mit dem größten Bevölkerungswachstum. Auch wenn in der Region bereits einige Schutzgebiete ausgewiesen wurden, so befindet sich der größte Teil des Koalalebensraums außerhalb geschützter Gebiete und auch im städtischen Randbereich. Mit großer Geschwindigkeit werden hier immer weitere Bereiche als Baugebiet ausgewiesen, in engster Nachbarschaft zu den Koalas. Immer wieder kommt es dadurch zu tödlichen Zusammenstößen mit Autos und angreifenden Hunden. Hinzu kommt, dass auch der Klimawandel das Überleben der Koalas bedroht (IUCN, 2009), denn sie sind auf wenige Eukalyptusbaumarten als Nahrung spezialisiert. Mit einer Verschiebung der Vegetationszonen droht ihnen der Verlust ihrer Nahrungsgrundlage.

Die gute Tat

Für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander von Koalas und Menschen in besiedelten Gebieten müssen Lösungen gefunden werden. Die AGA setzt sich dafür ein, dass der private und besiedelte Grundbesitz in Schutzkonzepte einbezogen wird, denn er dient den Koalas nicht nur als Lebensraum, sondern wird von ihnen auch als Wanderungsmöglichkeit zwischen Schutzgebieten genutzt. Durch verstärkte Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sollen zudem Konfliktsituationen mit frei laufenden Hunden beigelegt werden. Denn oftmals können einfache Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Anleinen von Hunden, einen großen Beitrag zum Überleben der Koalas leisten.

Die AGA führt in der „Koala Coast“-Region Baumpflanzaktionen mit privaten Grundbesitzern, ehrenamtlichen Helfern und Schulklassen durch. Auf diese Weise wird der Lebensraum der Koalas aufgeforstet und Wanderkorridore angelegt. Außerdem erreicht die Organisation bei dieser Gelegenheit die Bevölkerung, kann sie über ihre tierischen Nachbarn aufklären und für ein angepasstes Miteinander werben. Auch für den Schutz des Klimas zählt jeder gepflanzte Baum. Zudem helfen Wanderkorridore und ausreichend geeigneter Lebensraum den Koalas, sich an eine durch den Klimawandel verursachte Verschiebung von Vegetationszonen besser anpassen zu können.

Herausforderung

Eine Herausforderung für den Erfolg der Baumpflanzaktionen stellen die klimatischen Bedingungen vor Ort dar. Das Ausbleiben von Regen und lang anhaltende Dürreperioden hätten auch Auswirkungen auf das Wachstum und den Erhalt der gepflanzten Bäume und Sträucher. Deshalb wird sichergestellt, dass die Pflanzungen regelmäßig überwacht werden. Bei Bedarf wird künstlich bewässert oder auch andere notwendige Pflegemaßnahmen ergriffen, um den Erhalt der Pflanzungen und damit des Lebensraumes der Koalas zu gewährleisten.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Futterbäume und Wanderkorridore für vom Aussterben bedrohte Koalas in Australien.
Ehrenamtliche Helfer pflanzen heimische Bäume und Sträucher, um den Lebensraum der Koalas aufzuforsten und somit ihre Nahrungsgrundlage zu sichern.
Anzahl der Bäume und Sträucher, die durch die Spende für den Schutz der Koalas gepflanzt werden konnten.
Der Lebensraum der Koalas wird aufgeforstet, sodass ihnen ausreichend Futterbäume und sichere Wanderkorridore zur Verfügung stehen.
Die Überlebenschancen der Koalas werden verbessert. Sie finden ausreichend Nahrung und Wanderwege. Zudem werden sie von der Bevölkerung besser geschützt.

 

Initiative Transparente Zivilgesellschaft