Obdachlose Wildbienen finden ein Zuhause

Wildbienensterben in Deutschland

Die Bohrmaschine brummt. Ron rettet mit ihr Wildbienen. Er setzt gerade das letzte Loch für die Montage eines Wildbienenhauses. Die Blauschwarze Holzbiene liebt das abgestorbene Laubholz von Pappeln oder Weiden. Die Rostrote Mauerbiene bevorzugt hingegen Schilfröhren. Wildbienen sind bei der Wahl ihrer Unterkunft also anspruchsvoll. Anders als die staatenbildenden Honigbienen leben Wildbienen meist alleine. Sie wohnen in einer Singlewohnung in bester Lage, wo sie ihre Nachkommen einnisten. Wie bei den Menschen herrscht auch bei den Wildbienen eine große Wohnungsnot. In den letzten Jahren gab es immer weniger Nistmöglichkeiten und Nahrungsangebot.

Hintergrund

In Deutschland kennen wir etwa 560 Wildbienenarten, davon stehen rund 300 auf der “Roten Liste”. Nistmöglichkeiten werden seltener, da Flächen zunehmend versiegelt oder Gestrüpp und tote Bäume entfernt werden. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft durch Pestizide und Monokulturen. Daher – obwohl es erstaunlich klingt – findet man ausgerechnet in der Stadt eine große Blütenvielfalt.

Manche Wildbienen sind auf bestimmte Blütenarten angewiesen, z.B. ist die Platterbsen-Mörtelbiene auf Schmetterlingsblütler spezialisiert, zu denen wichtige Nahrungspflanzen wie Erbse, Bohne, Linse und Futterpflanzen wie der Klee zählen. Bestimmte Pflanzen werden ausschließlich von nur einer bestimmten Bienenart bestäubt. Verschwindet die Wildbienenart, verschwindet auch die Pflanze. Studien zeigen gar, dass Rückgänge bei einigen Arten kaskadenartige Ausrottungseffekte bei assoziierte Arten wie z.B. Vögeln auslösen.

So individuell Wildbienen auf Blütenformen spezialisiert sind, so anspruchsvoll sind sie auch bei der Wahl ihrer Nistplätze. Handelsübliche „Wildbienenhotels“ können seltenen Arten oft nicht gerecht werden.

Die gute Tat

Im Rhein-Main-Gebiet werden bedürfnisgerechte „Wildbienenhotels“ an markanten Orten wie Schulgärten aufgestellt. Weiterhin wird Aufklärungsarbeit geleistet.

Herausforderung

Konventionelle „Wildbienenhotels“ aus dem Handel erfüllen in der Regel nicht die spezifischen Anforderungen gerade der bedrohten Arten, sondern sind untauglich oder bieten nur einem beschränkten Artenspektrum Unterschlupf. Unsere Nisthilfen bestehen aus unterschiedlichen Materialien und unterschiedlich großen Niströhrenöffnungen. Sie sind speziell für die Aufstellung im urbanen Raum geeignet. So können verschiedene Wildbienenarten zahlreiche Nachkommen ablegen.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Nisthilfen für Wildbienen.
Aufstellen von Wildbienennisthilfen an markanten Orten, die den vielfältigen Bedürfnissen im städtischen Raum gerecht werden.
Anzahl der geschaffenen Nistplätze.
Dauerhafte Ansiedlung von Wildbienen. Je Wildbienennisthilfe schlüpfen ca. 1.600 Nachkommen pro Jahr. Wissensvermittlung an Schüler und Erwachsene.
Schutz der Wildbienen. Vertiefter Wissensstand der Stadtbevölkerung über Wildbienen und wildbienenfreundliche Pflanzen.

 

Organisation
Bienenretter, Träger: FINE Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V.
Vereinsregister-Nr.
VR 14538 Frankfurt am Main
Zertifiziert durch
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Kontakt
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