Lasst mich ein Leben führen ohne Angst!

Leben mit Behinderung in Nicaragua

"Kein Tag beginnt für mich ohne Angst, keine Busfahrt überstehe ich ohne Furcht - vor dem Moment, in dem mein Junge wieder von einem Krampf gepackt wird". Bei jedem dieser Krämpfe wird ein kleiner Teil von Carlitos Gehirn zerstört. Vor allem das macht seiner Mutter Johana Baltodano zu schaffen. Denn so verliert ihr 14-jähriger Sohn Carlito von Tag zu Tag mehr die Fähigkeit, seine Mutter zu erkennen. Sie hat Angst, bald nur noch eine Unbekannte zu sein für ihren irgendwie doch noch kleinen Sohn. Der Arzt hat ihm Tabletten verschrieben, die die lebensgefährlichen Krämpfe verhindern sollen. Doch in die Apotheke hat sich Johana nicht getraut. Die Tabletten könnte sie niemals bezahlen.

Carlito ist gesund zur Welt gekommen. Dann, im Alter von 8 Monaten, wurde er von einem heftigen Krampf geschüttelt, doch das Krankenhaus lag zu weit entfernt, um ihn sofort zu behandeln. Die Folge zu später medizinischer Behandlung: infantile Zerebralparese, eine lebenslange Behinderung.

Hintergrund

Was dem Jungen Carlitos passiert ist, ist in Nicaragua keine Seltenheit: Etwa 10,3 % der Bevölkerung lebt mit einer Behinderung (ENDIS, 2003), im Vergleich: 9,4 % in Deutschland (Statistisches Bundesamt, 2014). Die Ursache für die hohe Rate an Behinderungen kann man mit Armut in Verbindung bringen. Denn Armut führt zu Lebensumständen, die eine Behinderung bedingen können, sei es durch Mangelernährung, Fehlen sauberen Trinkwassers, fehlender Infrastruktur oder unzureichender medizinische Versorgung (WHO, 2011). Letzteres war bei Carlito der Fall. Der häufigste Grund für eine Behinderung ist nach Umfragen in Nicaragua jedoch die extreme Armut, in der viele Menschen mit Behinderung leben. Sich die notwendigsten Medikamente zu kaufen, wird unmöglich (ENDIS, 2003). Auch religiös-kulturelle Ursachen für eine Unterversorgung vieler Menschen mit Behinderung sind in einigen Fällen zu erwägen: Etwa der Glaube, die Behinderung des Kindes sei der Wille Gottes - sollte eine medizinische Behandlung nicht gleich anschlagen, so gibt man auf. Und Gottes Strafe bringt gesellschaftliche Schande mit sich, es gibt eine hohe Tendenz dazu, Kinder mit Behinderungen vor der Gesellschaft zu verstecken (ENDIS, 2003).

Die gute Tat

Die Bereitstellung von Medikamenten für etwa 23 Kinder mit Behinderung schafft ihnen in erster Linie eine höhere Lebensqualität bzw. verlängert die Lebenserwartung der Kinder. In Notfällen können lebenswichtige Operationen bezahlt werden, was sonst schier unmöglich wäre. Einige der Kinder können auf diese Weise ein eigenständigeres Leben führen, da sie weniger von ihrer Krankheit beeinträchtigt werden. Anderen Kindern wiederum werden starke Schmerzen genommen, der verbesserte Gesundheitszustand ihrer Kinder lässt die Eltern aufatmen.

Herausforderung

Besondere Herausforderungen sind die Anzahl und die Individualität der Kinder. Da in Nicaragua die wenigsten Menschen versichert sind, gibt es im Zentrum der Pipitos sehr viele Kinder mit den unterschiedlichsten Behinderungen und Bedürfnissen, die dringend Medikamente brauchen. Dazu kommt, dass die staatlichen Gesundheitszentren überlastet und schlecht ausgestattet sind, es kann dort kaum auf die Bedürfnisse behinderter Menschen eingegangen werden. Deshalb wird das Medikamentenprojekt zusammen mit freiwillig arbeitenden Ärzten, der Physiotherapeutin und der Psychologin des Pipitos-Zentrums koordiniert. Im Gespräch mit den Eltern des Kindes wird so die optimale medikamentöse Behandlung gesucht.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Medizinische Versorgung für Kinder mit Behinderung in San Rafael del Sur, Nicaragua.
Finanzierung wichtiger Medikamente und lebensnotwendiger Operationen für Kinder mit Behinderung.
Anzahl der Kinder mit Behinderung denen die Einnahme ihrer Medikamente ermöglicht wurde. Dazu die Anzahl der finanzierten Operationen.
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder, schnellere Fortschritte in der Physiotherapie, Ermöglichung des Schulbesuchs trotz Behinderung.
Verbesserung des Gesundheitszustandes in der Wachstumsphase der Kinder für ein gesundes und unabhängigeres Leben im Erwachsenenalter.

 

Organisation
Los Pipitos Capitulo San Rafael del Sur - Nicaragua / Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg - San Rafael del Sur e.V.
Vereinsregister-Nr.
VR 8324
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