Mehr als nur Aufforstung - eine Zukunft für Mensch und Natur

1 Million Bäume gegen Armut und Entwaldung auf Borneo

Indonesien, und besonders der indonesische Teil der Insel Borneo, Kalimantan, schreibt in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Palmöl oft negative Schlagzeilen. Die Entwicklungen sind beängstigend: Natur und Mensch leiden immer stärker unter der zunehmenden Abholzung und der Veränderung des Regenwaldes mitsamt den sich ausbreitenden Monokulturen. Doch die Lage ist nicht hoffnungslos, Menschen vor Ort suchen Alternativen und wollen Veränderung schaffen. Der Handlungsbedarf ist groß. Mit dem Projekt "1 Million Bäume für Borneo" will Fairventures Worldwide Borneo wieder zur "grünen Lunge Asiens" machen. Zusammen mit den Bewohnern in den Projektdörfern trägt die Organisation dazu bei, dass diese Lunge nicht weiter kollabiert und das Klima wieder geschützt, anstatt weiter belastet wird.

Hintergrund

Holzeinschlag (legal und illegal), Ölplantagen und Bevölkerungsdruck haben in den letzten 25 Jahren die Wälder Indonesiens stark dezimiert. Allein zwischen 1990 und 2005 ist die bewaldete Fläche in Indonesien um 20% zurückgegangen. Noch immer verschwinden die tropischen Regenwälder in keinem Land der Welt schneller als in Indonesien (GIZ, 2015). Eine besonders betroffene Region ist die Insel Borneo, wo die Raten der Entwaldung noch wesentlich höher liegen als im Rest des Landes. Die Ursache für die Entwaldung ist zu einem großen Teil in den Industrieländern auszumachen: Die EU ist einer der größten Importeure von Produkten, die aus illegaler Abholzung stammen. 25 % dieser durch illegale Abholzung gewonnen Importe stammen aus Indonesien, dabei handelt es sich hauptsächlich um Palmöl. Deutschland ist gemeinsam mit den Niederlanden der größte Palmölkonsument in der EU. Dies liegt zum einen an der großflächigen Verwendung von Palmöl in der Lebensmittelindustrie, zum anderen daran, dass wir für unseren Biosprit Palmöl verwenden (Fern, 2015).

Der Verlust des Waldes hat schwerwiegende Konsequenzen für die Biodiversität in Borneo: Orang-Utans und Waldelefanten sind nur die prominentesten Opfer der Entwaldung. Auch die einheimische Bevölkerung, die Dayak, hat seit Jahrhunderten ihr Leben im Einklang mit dem Wald geführt, und so nachhaltig wirtschaftend Lebensmittel, Medizinpflanzen und Baustoffe gewonnen. Durch den Verlust der Biokapazität des Ökosystems, also der Fähigkeit der Natur, Nahrungsmittel, Wasser und vieles mehr bereitzustellen, verliert die lokale Bevölkerung ihre natürlichen Lebensgrundlagen. Anstelle von Wäldern treten vielerorts Monokulturplantagen, z.B. Palmöl, die den Boden zerstören und deren Gewinne nicht der lokalen Bevölkerung zugutekommen.

Die gute Tat

Degradierte Flächen werden aufgeforstet, so wird auf die fortschreitende Entwaldung und damit verbundene verheerende Konsequenzen für Mensch, Tier und Natur reagiert. Lokale Baumschulen und Bauern ziehen Setzlinge auf und pflanzen sie, wodurch die Bevölkerung von Anfang an integriert ist. So verbessern sie eigenständig ihre Lebensgrundlage und das Programm wird nachhaltig verankert. Die Bäume leisten durch ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Herausforderung

Im Vergleich zu umweltschädlicheren Formen der Landnutzung (z.B. Palmölplantagen) ist die Pflanzung von Bäumen ein Modell, das erst mittelfristig Erträge für die Bauern bringt, aber dafür langfristig. Eine Schlüsselherausforderung ist es daher, die Menschen vor Ort für das Projekt als alternative Landnutzungsform zu gewinnen und ihnen die kurz- und langfristigen Folgen und ihren Nutzen deutlich zu machen. Die Organisation arbeitet eng mit lokalen Partnern zusammen, um kultursensibel zu kommunizieren. Die Baumpflanzungen werden mit einjährigen Früchten und Gemüse ergänzt, die schnell Vorteile bringen.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Eine alternative Landnutzungsform, die den Bauern auf Borneo Erträge bringt und gleichzeitig den Regenwald schützt.
Fairventures Worldwide unterstützt gemeinsam mit einer lokalen NGO Bauern und Baumschulen bei der Aufzucht von Setzlingen und dem Anlegen von nachhaltigen Holzplantagen.
4500 Setzlinge werden verteilt und gepflanzt, 40 Bauern sind im Rahmen der Durchführung beschäftigt und 6,6 Hektar Regenwald können aufgeforstet werden.
40 Bauern und Baumschulen generieren Einkommen unabhängig von z.B. der Palmölindustrie. Es entsteht eine nachhaltige Wirtschaft im Einklang mit der Natur.
Die alternative Form der Landnutzung etabliert sich, Bauern haben nachhaltige Einkommensquellen. Ein langfristiger Beitrag zum Klimaschutz wird geleistet.

 

Organisation
Fairventures Worldwide FVW gGmbH
Vereinsregister-Nr.
HRB 25416
Zertifiziert durch
Kontakt
Haben Sie weitere Fragen zu dem Projekt? Dann wenden Sie sich gerne an unsere 24guteTaten Ansprechpartnerin Franziska Senfter franziska.senfter@fairventures.org oder stellen Sie Ihre Frage auf unserer Facebook Seite: www.facebook.com/24guteTaten/