Essen für die Ärmsten

Lebensmittelsicherheit in Bangladesch durch Obst- und Gemüseanbau

„Oh Mutter, warum bist du heute so böse zu deinen Kindern?“, fragen die Fischer den Fluss Meghna, wenn er ihnen eine lebensbedrohliche Flutwelle schickt. Und die kommt oft, hält die Fischer vom Fischen ab. „Maa“ – so nennen die Fischer dennoch liebevoll „ihren“ Fluss, der ihnen Lebensgrundlage und Gefahr zugleich ist. Immer häufiger werden die Fischer inzwischen durch die Fluten daran gehindert, ihr Einkommen zu bestreiten. Kein gutes Wetter - kein Fischen. Kein Fischen - kein Fisch. Kein Fisch - kein Verkauf. Kein Verkauf - kein Essen. Aber das muss nicht so sein. Das Land ist fruchtbar. Mit dem entsprechenden Saatgut könnten die Bewohner in Tazumuddin Gemüse anbauen und wären in ihrer Ernährungsversorgung unabhängiger. Zu ihrer „Maa“, dem Fluss, kommt nun also „Baa“, die Erde, die den Einwohnern in Zukunft hilft.

Hintergrund

Das Projektgebiet ist ökologisch gesehen für die Folgen des Klimawandels und für Naturkatastrophen anfällig. Diese Auswirkungen machen sich zum Beispiel bemerkbar durch Fluss- und Bodenerosionen. Auch die Anwohner der Region werden wenig in die Landespolitik eingebunden. Zugang zu finanziellen Mitteln gibt es daher nur wenig, was zur Verarmung der Bevölkerung führt. Kredite werden nur zu schlechten Konditionen mit horrenden Zinsraten vergeben, sodass die Menschen im betroffenen Gebiet kaum in Landwirtschaft, Häuserbau oder die Eröffnung eines kleines Unternehmens oder Geschäfts investieren und so die lokale Wirtschaft fördern können.

Die gute Tat

Durch den Eigenanbau von Obst und Gemüse und die entsprechende Ausbildung haben die Haushalte und Gemeinden das gesamte Jahr über Zugang zu frischer und gesunder Nahrung. Der Lebensmittelkonsum kann hinsichtlich Qualität und Quantität erhöht werden. Ebenfalls wird sichergestellt, dass mindestens einmal pro Woche eine nahrhafte Mahlzeit gekocht wird. Langfristig ist die Lebensmittelsicherheit gewährleistet. Auch können die geernteten Früchte und das Gemüse auf dem Markt verkauft werden, wodurch die Familien eine weitere Einkommensquelle haben. Durch ein höheres Einkommen können Investitionen zum Beispiel im Bereich Hygiene oder Schulbildung durchgeführt werden, was die Lebensbedingungen der Begünstigten erheblich verbessern kann.

Herausforderung

Sollte der Fall eintreten, dass es zu einer Überschwemmung kommt, wird die Umsetzung des Projektes beeinflusst. Die Ernte könnte teilweise oder sogar komplett zerstört werden. Auch können die Pflanzen aufgrund von Ungezieferbefall absterben. Um dem vorzubeugen, wird das Saatgut auf höher gelegenen Flächen gepflanzt, damit es nicht weggespült werden kann. Auch gibt es Schulungen für die Begünstigten für den Anbau und die Pflege der Pflanzen.

Auf lange Sicht erlernen die Begünstigten den richtigen Umgang bei der Pflege, Züchtung und Ernte der Pflanzen und Früchte. Außerdem werden sie beim Verkauf der Lebensmittel auf dem lokalen Markt unterstützt. Langfristig verbessern sich die Lebensbedingungen der Bewohner, denn sie können sich selbst versorgen und durch den Verkauf in andere wichtige Dinge wie Schulbildung und Gesundheit investieren. So können sie einen Weg aus der Armut finden.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Gesunde und genügende Nahrung für von extremer Armut betroffene Menschen in der Region Bhola in Bangladesch.
Begünstigte erhalten Saatgut für den Anbau von Obst und Gemüse für den eigenen Verzehr und den Verkauf auf dem lokalen Markt.
Kilogramm Obst und Gemüse, die durch das Projekt geerntet werden konnten
Messbare Steigerung der Einkommen der Familien
Langfristig verbessern sich durch ein verbessertes Einkommen auch die Möglichkeiten zur Weiterbildung für die Familien.

 

Initiative Transparente ZivilgesellschaftVENRO – Arbeitsgruppe TransparenzSpendenrat e. V. – Der Dachverband spendensammelnder gemeinnütziger Organisationen