Mit Pestiziden belastetes Brachland wird auf Grundlage des biologischen Landbaus wieder nutzbar

Rekultivierung von Ödland in Indien

Im Süden Indiens, in Tamil Nadu, liegt die Karmuhil Farm. Karmuhil bedeutet in der Landessprache Tamil „dunkle Regenwolke“. Der Name ist ein Sinnbild für den Wunsch nach lebensspendendem Nass. Hier arbeiten die Siddha-Medizinerin Dr. Rani und Father Clement mit 200 Kleinbäuer/innen daran, Land biodynamisch zu rekultivieren, das durch jahrzehntelangen Monokulturanbau ausgelaugt und von Pestiziden belastet war. Die Kleinbäuer/innen werden geschult. Sie diversifizieren den Anbau für den Eigenbedarf und pflanzen auch Kräuter und Nutzpflanzen, aus denen sie ätherische Öle für den lokalen und regionalen Markt produzieren. Die Böden, mit deren Rekultivierung als Erstes begonnen wurde, sind inzwischen sogar erfolgreich Demeter zertifiziert.

Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre wurde im größeren Umfang vor allem der Anbau von Kräutern und Heilpflanzen zur Produktion ätherischer Öle betrieben, denn einige dieser Pflanzen kommen mit sehr wenig Wasser aus und bringen dennoch einen guten Ertrag. So zum Beispiel Palmarosa. Die ätherischen Öle werden gerne in Kosmetikprodukten eingesetzt. Nun sollen weitere Flächen unfruchtbarer Böden von Kleinbäuer/innen in das Projekt integriert werden. Die Fruchtbarkeit der geschädigten Böden wird dabei durch das Einarbeiten von Kompost und organischen Präparaten nach circa drei Jahren intensiven Rekultivierungsprozesses erreicht. Diese Tätigkeiten sind sehr arbeitsintensiv, führen aber zur nachhaltigen Gesundung der Böden, die zuvor durch jahrzehntelangen Monokulturanbau unfruchtbar geworden waren.

Hintergrund

Die Zielregion Thiramangalam in Tamil Nadu, Indien ist landwirtschaftlich von kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft und monokulturellem Reisanbau geprägt. Die marginalisierte Landbevölkerung in der Zielregion umschließt ein Zirkel aus Unter- bzw. Mangelernährung und Armut. Einkommensmöglichkeiten sind kaum vorhanden, es mangelt an notwendiger Basisinfrastruktur, Zugang zu Bildung und Gesundheit. Starre Gesellschaftsstrukturen und gesellschaftliche Marginalisierung schließen die Kleinbauern von gesellschaftlicher Teilhabe aus und erschweren Hilfe zur Selbsthilfe. Die wichtigste vorhandene Ressource zur Sicherung der eigenen Existenz stellt das Land der Familie dar, es gibt kaum alternative Einkommensmöglichkeiten. Doch die landwirtschaftlichen Nutzflächen der kleinbäuerlichen Familien sind nach jahrzehntelangen monokulturellen Intensivlandwirtschaft schwer belastet und ausgelaugt und die Bodenstruktur enorm geschädigt.

Traditionell wird das in Familienbesitz befindliche Land von Generation zu Generation weitergegeben, wobei das Land unter den Nachkommen aufgeteilt wird. Um die Ernährung der Familie auf den kleinen Landflächen sicherzustellen, kam es in der Vergangenheit zu massiven Flächenrodungen zur Landgewinnung und zur fast vollständigen Vernichtung natürlicher Wälder. Die Bedürfnisse einer über Jahrzehnte betriebenen monokulturellem Intensivlandwirtschaft unter Einsatz von chemischen Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln verbunden mit den erschwerten klimatischen Bedingungen (lange Trockenzeiten, unrhythmisch auftretende Regenfälle) haben zur Degradierung und Erosion der Böden geführt mit der Folge, dass weite Teile des Landes als Ödland brachliegen und auf den verbleibenden Landflächen Ernteerträge stetig abnehmen.

Die gute Tat

Mit Pestiziden belastetes und vertrocknetes Brachland im strukturschwachen ländlichen Raum im Thirumangalam Taluk, Südindien, wird auf der Grundlage des biologischen Landbaus wieder nutzbar gemacht. Diversifizierte Anbaumethoden und der Anbau trockenresistenter Kräuter und Pflanzen sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Wassermanagements ermöglichen den Erhalt bzw. die Wiedergewinnung natürlicher Lebensräume und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen zunehmende Dürre und negative Klimaphänomene.

Herausforderung

Der Erfolg der Rekultivierung von Ödland mit dem sich daran anschließenden Anbau bis hin zur Weiterverarbeitung der Erzeugnisse hängt neben der kontinuierlichen, arbeitsintensiven Umsetzung von Maßnahmen zur Kompostierung/Düngung und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit von Regenfällen zur Bewässerung der Felder ab. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung, werden natürliche Wasserspeicher geschaffen, trockenresistente Nutzpflanzen angebaut und einfache Bewässerungssysteme und Wassertanks angelegt, um das Risiko fehlender Bewässerungsmöglichkeiten bei lang anhaltender Dürre zu minimieren.

Ziel

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Rekultivierung von vertrocknetem Ödland, Existenzsicherung von Kleinbauern durch diversifizierten biologischen Landbau.
Rekultivierung durch natürliche Kompostdüngung, Umstellung des Landbaus (Diversifizierung, Pflanzung von Bäumen, trockenresistente Sorten), Bewässerung
Die Zielgruppe hat mit der Rekultivierung und Umstellung ihres Landes begonnen, Schulungen wurden erfolgreich durchgeführt.
Das Land wurde erfolgreich organisch-biodynamisch rekultiviert. Die landwirtschaftlichen Erträge reichen ganzjährig zur Versorgung der Familie.
Schaffung von Ernährungssicherheit und sicherem Einkommen bei Bewahrung bzw. Wiedergewinnung der Biodiversität.

 

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