Mit Fußball, Tanz und Theater gegen Vorurteile

Kinder und Jugendliche engagieren sich gemeinsam gegen HIV/AIDS

Warum kann man sich durch einen Mückenstich mit Malaria infizieren, aber nicht mit HIV/AIDS? Und wieso kann der Stich einer benutzten Spritze so gefährlich sein? Diese und andere Fragen beantwortet Junito von der Jugendorganisation AJUPIS geduldig und anschaulich. Die Fragen stellen ihm Schüler und Schülerinnen einer Sekundarschule in Matendene, einem Vorort der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Die Jugendlichen sind in der 10. Klasse und zwischen 14 und 16 Jahre alt. HIV/AIDS ist in den Städten weit verbreitet, und Jugendliche sind am stärksten gefährdet. Trotzdem ist AIDS noch immer ein Tabuthema, über das Eltern nicht mit ihren Kindern sprechen. Auch in den Lehrplänen der Schulen taucht es nur am Rande auf. Außerdem wird der Unterricht in Mosambik sehr frontal gestaltet, sodass es kaum Gelegenheiten für Fragen und Diskussionen gibt. Diese Lücke füllt AJUPIS mit eigenen Aufklärungsveranstaltungen in Schulen.

Hintergrund

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Mosambik sind rund 15% der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren HIV-positiv, das sind 1,6 Millionen Menschen (UNAIDS, 2013). Von der Immunschwächekrankheit sind in Mosambik vor allem Frauen, Stadtbewohner und die Einwohner der südlichen und zentralen Regionen betroffen. Tests und Medikamente gegen HIV/AIDS sind nicht für alle erhältlich oder zugänglich, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Zur Ausbreitung von HIV/AIDS tragen in Mosambik vor allem folgende Faktoren bei: eine geringe Verwendung von Kondomen, eine hohe Mobilität und Migration, Geschlechterungleichheit und sexuelle Gewalt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen. In Mosambik gibt es rund 810.000 Kinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Sie sind oftmals auf sich allein gestellt. Sie müssen Hausarbeiten verrichten, Essen kochen und sich um weitere Geschwister kümmern. Im Kindesalter übernehmen sie bereits die Aufgaben eines Erwachsenen – für eine unbeschwerte Kindheit ist selten Zeit.

Die gute Tat

Bei den Kindern und Jugendlichen setzt AJUPIS an: In der Altersgruppe der 12 bis 25-Jährigen sehen Gesundheitsorganisationen wie UNAIDS eine der größten Zielgruppen für Aufklärungsarbeit. AJUPIS führt Aufklärungsveranstaltungen in Schulen, Gemeinden und auf lokalen Märkten durch. In den Veranstaltungen an öffentlichen Orten kommt die AJUPIS-Tanzgruppe oder die Theatergruppe zum Einsatz. Beide Gruppen machen das Thema HIV/AIDS für die Zuschauer sehr anschaulich. AJUPIS führt auch Hausbesuche durch, bei denen rund 600 Familien erreicht werden. Beim jährlichen Fußballturnier werden außerdem weitere 1.000 Menschen erreicht.

Herausforderung

Kann eine kleine Organisation von Ehrenamtlichen wie AJUPIS der Verbreitung von HIV/AIDS überhaupt Einhalt gebieten, oder ist sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Der Erfolg von AJUPIS gibt Anlass zum Optimismus: Wenn es den Aktivisten in den kommenden Jahren gelingt, die Reichweite und Intensität der Aufklärungs- und Bildungsarbeit zu erhöhen, dann wirkt das Projekt auch weit über den Stadtteil hinaus.

Ziel

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

HIV/AIDS-Aufklärung für Kinder und Jugendliche aus Matendene, einem Vorort von Maputo.
Die Jugendorganisation AJUPIS führt Bildungs- und Aufklärungsveranstaltungen zu HIV/AIDS in Schulen und der Nachbarschaft durch, unterstützt von ihrer Tanz- und Theatergruppe.
Anzahl der Schüler und Schülerinnen, die wissen wie sie sich vor HIV/AIDS schützen können.
Mehr Schüler und Jugendliche sind über die Ansteckungswege von HIV/AIDS, Vorbeuge- und Behandlungsmöglichkeit informiert und wenden ihre Kenntnisse an.
Langfristig soll ein Rückgang der Neuinfektionen mit HIV/AIDS bei Kindern und Jugendlichen erreicht werden.

 

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