Schulen auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Computerkurse für Kinder in Tansania

In der Klasse ist es mucksmäuschenstill. Mr. Mwanga blickt in 80 erwartungsvolle Augen. Heute steht Computerunterricht im Stundenplan. Mit echten Computern, zum ersten Mal! Zu viert sitzen die Schüler davor, fast ehrfürchtig. Mr. Mwanga blickt lächelnd in die Runde. Ein Jahr ist es her, da sollte er den Kindern zum ersten Mal den Umgang mit Computern beibringen. Er erinnert sich an das Gefühl der Ratlosigkeit. Der nationale Lehrplan schreibt Computerunterricht vor, doch vor sich auf dem Tisch: ein Stück Kreide und ein Notizblock.
So begann er, einen Kasten an die Tafel zu zeichnen. Aber wie sollten die Kinder verstehen, was er da zeichnet? Das ist wie Lesen lernen – ohne Bücher. Heute hat sich diese Situation zum Glück verändert. „Das hier" sagt Mr. Mwanga strahlend, „ist ein Computer".

Hintergrund

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben die globalen sozio-ökonomischen und politischen Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten stark beeinflusst. Institutionen wie die Weltbank und die UN glauben an das Potential von IKT, Entwicklung zu fördern und Bildungssysteme zu revolutionieren (Weltbank 2009, 2011; UNESCO 2005, 2007). IKT ermöglicht den Zugang zu Informationen, wo Schulbibliotheken fehlen. Informations- und Kommunikationstechnologien bieten völlig neue Möglichkeiten, den Unterricht mittels Bild- und Filmmaterial anschaulich zu gestalten. Schülerinnen und Schüler können wichtige Kompetenzen des 21. Jahrhunderts anhand des Unterrichts mit IKT erlernen. Und nicht zuletzt sind Computerfähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Absolventen mit den entsprechenden Kenntnissen haben viel bessere Chancen einen Arbeitsplatz zu finden. 2003 hat Tansania einen nationalen IKT-Strategieplan und 2007 einen Strategieplan für IKT im Bildungswesen entworfen (URT 2003, 2007). Die Integration von IKT in den Bildungsprozess ist eines der Ziele dieser Richtlinien, mit denen die schulische Ausbildung verbessert werden soll. Dennoch sind bis heute die meisten Schulen in Tansania nicht in der Lage, ihren SchülerInnen das zu bieten, was auf politischer Ebene schon lange zum erklärten Ziel und Inhalt einer guten Ausbildung gehört (URT 2011). Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in der Knappheit von Ressourcen, mit denen die Schulen konfrontiert sind, sowie fehlenden zuverlässigen Anbietern für ihre Bedürfnisse. Wenn diese Lücke geschlossen werden kann, haben die Schülerinnen und Schüler in Tansania eine reelle Chance von den positiven Effekten der globalen Wissensgesellschaft zu profitieren und mithilfe von IKT Wege aus der Armut zu finden.

Die gute Tat

Wir unterstützen Schulen aktiv und langfristig beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Unterricht. Mithilfe der finanziellen Unterstützung aus Deutschland wird den Schulen die Anschaffung der erforderlichen Hard- und Software ermöglicht, sowie die Schulung von Lehrkräften und technischer Support gewährleistet. Durch dieses Gesamtpaket für den Einsatz von IKT im Unterricht erhalten die SchülerInnen Zugang zu IKT und zu IKT-Bildung. Nicht nur im Computerkurs wird der Computerraum genutzt, sondern dank der zahlreichen digitalen Unterrichtsmaterialien dienen die Computer auch der Qualitätssteigerung in vielen anderen Fächern.

Herausforderung

Eine besondere Herausforderung stellt häufig das fehlende Fachwissen der Schulmitarbeiter dar. Darum setzt Viafrica, neben der Ausstattung der Schulen mit Hardware, insbesondere auf Schulungen der Lehrkräfte und Wartung der Geräte, damit die Infrastruktur funktioniert und die nötigen Kenntnisse zum Einsatz der Geräte an den Schulen vorhanden sind.

Ziel

Durch die Einrichtung des Computerraums, die Schulung der Lehrkräfte und die regelmäßige Wartung können die Schulen IT-Unterricht anbieten. Die Schulen decken die laufenden Kosten des Computerraums nach der Anfangsinvestition selbst. Dadurch sind die Nachhaltigkeit und der langfristige Fortbestand der Projekte gesichert.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

IT-Infrastruktur an Schulen
Die Schulen werden mit Hard- und Software ausgestattet. Lehrkräfte werden geschult. Lehrkräfte und die Schulen bekommen langfristigen technischen Support.
Anzahl der Schüler, die an Computerkursen teilnehmen konnten
Messbare Steigerung der Leistungen im IT-Abschlussexamen der Schüler und Anstieg der Anzahl der Schüler, die dank der Computerkurse einen Job finden
Langfristig verbesserte Bildungs- und Berufschancen, auch für die nachfolgenden Generationen von
Schulkindern.

 

Initiative Transparente Zivilgesellschaft