Viele Neugeborene in einem Land mit zu wenigen Hebammen

In der 2005 eröffneten Geburtsklinik in Asmara (Hauptstadt von Eritrea) kommen jedes Jahr über 9.000 Säuglinge zur Welt. Bis zu 30 Geburten am Tag — eine unvorstellbare Zahl selbst für ein großes Krankenhaus in Deutschland. Dies stellt eine große Herausforderung für das lokale Personal dar. Umso wichtiger ist eine gute Ausbildung der lokalen Hebammen.

Hintergrund

Kindesgesundheit fängt bereits im Mutterleib an. Das Risiko für Kind und Mutter sinkt, wenn die Frauen während der Schwangerschaft regelmäßig einen Arzt oder eine Hebamme besuchen und ihr Kind unter medizinischer Aufsicht zur Welt bringen. Doch noch immer müssen zahlreiche Kinder sterben oder ihr Leben lang leiden, weil sie nicht rechtzeitig oder adäquat medizinisch versorgt werden. Die Säuglingssterblichkeitsrate ist 17 Mal höher als in Deutschland, jedes 14. Kind wird nicht älter als 5 Jahre (Quelle: WHO, Mai 2013). Es mangelt nicht nur an medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterial, sondern besonders an qualifiziertem Personal. Im ganzen Land mit mehr als 6 Millionen Einwohnern gibt es nur knapp 300 Ärzte. Eine Hebamme verdient umgerechnet gerade einmal 50 EUR im Monat, weshalb viele einem Zweitjob nachgehen und Kliniken häufig unterbesetzt sind. In Aus- und Fortbildungsmaßnahmen können weder das medizinische Personal noch der eritreische Staat investieren.
Der Grund: Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Über 80 % der Bevölkerung sind in der einfachen Landwirtschaft beschäftigt, es gibt keine nennenswerte Industrie (Quelle: CIA World Factbook). Der eritreische Staat unternimmt zwar große Anstrengungen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, doch noch immer sind die Folgen des jahrzehntelangen Krieges mit dem Nachbarland Äthiopien spürbar.

Die gute Tat

Die Geburtsklinik in Asmara wurde 2005 eröffnet. Die Klinik hat einen großen Anteil daran, dass sich die Säuglingssterblichkeit in Asmara innerhalb weniger Jahre fast halbiert hat. Das ist den ehrenamtlichen medizinischen Teams aus Deutschland zu verdanken, die von Anfang an nicht nur praktische medizinische Hilfe geleistet haben, sondern vor allem auf die Ausbildung des einheimischen Personals setzten.

Herausforderung

Eine große Herausforderung wird es bleiben, die Säuglings- und auch Müttersterblichkeit in Eritrea weiter zu senken. Neben Hilfslieferungen setzt das Hammer Forum deshalb weiterhin auf die Ausbildung des einheimischen Personals.

Ziel

Das Hilfsangebot (das in Asmara inzwischen an seine Kapazitätsgrenzen gelangt) auf andere Regionen auszuweiten und weitere Frauen in Hilfs- und Fortbildungsmaßnahmen einzubeziehen. Die Fortbildung der Hebammen soll langfristig von eritreischen Lehrhebammen übernommen werden.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbesserte Ausbildung für Hebammen
Ausbildungen für Hebammen werden angeboten
Anzahl der Frauen, die an der Fortbildung teilnehmen
Die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit reduziert sich
Verbesserte medizinische Infrastruktur für die Kinder in Eritrea. Die Fortbildung der Hebammen wird von eritreischen Hebammen übernommen

 

DZI Spenden-Siegel