Chancen durch Bildung für starke Frauen

Als ihre Mutter starb, war Esther 15 Jahre alt. Damals war sie gezwungen, die Schule abzubrechen und in einem Hotel zu arbeiten, um sich und ihre Geschwister zu ernähren. Dort wurde sie zu unbezahlten Überstunden und zur Prostitution gezwungen. Letztes Jahr hat Esther von Somero gehört und nach bestandener Auswahl im Somero Center einen siebenmonatigen Computerkurs absolviert. Die Gespräche mit den Mitarbeitern haben ihr geholfen, ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Im Laufe der Zeit ist aus Esther eine positiv denkende, selbstbewusste Frau geworden.
Nach dem Kurs haben ihr die Somero Mitarbeiter ein Praktikum in einem Büro vermittelt. Ihre Computerkenntnisse sind dort sehr gefragt und mittlerweile hat sie eine Anstellung als Sekretärin bekommen. Nun kann sie ihre Familie unterstützen und den Schulbesuch ihrer jüngeren Schwester finanzieren.

Hintergrund

Das Kernproblem, dem sich die Arbeit von Somero widmet, ist die Perspektivlosigkeit und finanzielle Abhängigkeit vieler junger Frauen in Ballungsräumen in Afrika. Beides entsteht vor allem durch das Fehlen von arbeitsmarktrelevanter Bildung, häufig begleitet durch einen Mangel an Selbstvertrauen und beruflicher Orientierung. Die Ursachen hierfür liegen vor allem im ugandischen Schulsystem. Hohe Abbruchquoten führen dazu, dass lediglich 50 % Prozent der männlichen Jugendlichen und nur ein Drittel der Mädchen letztendlich einen Abschluss erwerben (UNICEF 2010). Diese Situation hat sich seit dem Jahr 2000 praktisch nicht verändert (Uganda Demographic Health Survey 2011), sondern hinsichtlich der Abschlussraten von Mädchen sogar verschlechtert (United Nations Girls Education Initiative 2012).
Gründe für die höheren Abbruchquoten von Mädchen sind vor allem Schwangerschaften und arrangierte Eheschließungen im Jugendalter (UNGEI 2012). Der Besuch weiterführender Schulen ist für Mädchen aus schwachen wirtschaftlichen Verhältnissen praktisch unmöglich, da für sekundäre Bildung in Uganda nach wie vor Schulgebühren erhoben werden und Schulverweise bei Schwangerschaften gängige Praxis sind.
Durch fehlende Schulabschlüsse und mangelnde berufliche Bildung haben junge Frauen häufig keine Chance auf einen geregelten Arbeitsplatz. Da insbesondere Mädchen aus armen Familien keine familiäre Unterstützung erwarten können, sind sie in den Townships meist dauerhaft auf männliche Unterstützung angewiesen. Zudem werden 60 % der jungen Frauen Opfer körperlicher Gewalt (State of Uganda Population Report 2011); gleichzeitig halten 70 % der Jugendlichen innereheliche Gewalt für legitim. Diese Mischung aus Geschlechterungleichheit, Mangel an beruflichen Alternativen und unzureichender sexueller Aufklärung führt dazu, dass Schwangerschaften im Jugendalter keine Seltenheit sind.

Die gute Tat

Schulische und berufliche Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten und unabhängigen Leben für junge Frauen in Afrika. Um aus formaler Bildung allerdings wirkliche Perspektiven zu schaffen, ist eine individuelle Begleitung nötig, die die Mädchen in ihren Vorhaben unterstützt. Das Programm zur beruflichen Bildung am Somero Center bietet ein solches Umfeld. Durch die heutige gute Tat wird ein Tag Teilnahme an diesem Programm für eine junge Frau finanziert. Die Teilnehmerinnen erlernen die für einen Berufseinstieg nötigen Fähigkeiten, wie z.B. Sprach-, Rechen- und Computer-Kenntnisse, und werden im Somero Center individuell beraten. Das Somero Team vermittelt Praktika und organisiert Betriebsbesichtigungen bei potentiellen Arbeitgebern.

Herausforderung

Die besondere Herausforderung bei der Arbeit vor Ort liegt darin, nicht nur Kurse und Seminare anzubieten, sondern den Mädchen durch Beratung und Begleitung die Kraft und den Mut zu geben, nach Jahren der Abhängigkeit ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Im Kern bedeutet dies, die Persönlichkeiten der Mädchen zu stärken und sie zu ermutigen, sich als aktive Mitglieder der Gesellschaft mit einem eigenen Lebensentwurf zu verstehen.

Ziel

Unsere langfristige Strategie besteht darin, vor Ort ein enges Netzwerk zwischen derzeitigen und ehemaligen Teilnehmerinnen aufzubauen. In einem solchen Netzwerk helfen sich die Mädchen untereinander und finden im Somero-Center auch nach Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses eine verlässliche und vertraute Anlaufstelle. Auf diese Weise entsteht in Kampala eine Somero-Gemeinschaft, die von Schulen und Arbeitgebern als Partnern unterstützt wird.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Bildungsmöglichkeiten für Frauen
Berufliche Weiterqualifizierung für Frauen wird angeboten
Anzahl der Frauen, die das Weiterbildungsprogramm erfolgreich nach sieben Monaten abschließen
Anzahl der Frauen, die nach der beruflichen Qualifizierungsphase einen Beruf finden
Junge Frauen in Kampala führen ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut und Prostitution.
Arbeitgeber können qualifizierte Arbeitskräfte einstellen.
Es entsteht ein professionelles Netzwerk.

 

Organisation
Somero e.V.
Vereinsregister-Nr.
VR 28816 B / Amtsgericht Charlottenburg
Zertifiziert durch
- Träger des Engagementpreises des Ehemaligenvereins der Friedrich-Ebert- Stiftung e.V.
- Entspricht den Transparenzkriterien für Finanzen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft
TZ