Die Bekämpfung von Lepra braucht viel Verbandsmaterial und einiges an Geduld

Für Kumar war es ein Schock, als er mit 16 Jahren erfuhr, dass er Lepra hat. Um seiner Familie die Schande zu ersparen, versuchte er die Krankheit so lange wie möglich geheim zu halten. Zusätzlich bekam er auch noch Tuberkulose. Als er halbseitig gelähmt nur noch in seiner Hütte lag, riefen seine Angehörigen um Hilfe. Nach einem Aufenthalt im Lepraspital war er soweit wieder hergestellt, dass er laufen und nach Hause konnte. Durch die weitere Betreuung, Anleitungen zur Selbsthilfe und eine Finanzspritze hat es Kumar geschafft, gesund zu werden und ist heute stolzer Besitzer einer kleinen Rucksackmanufaktur. Das Lepraspital in Kathipudi ist Anlaufstelle für alle Betroffenen im Umkreis von 300 km.

Hintergrund

Lepra, im Mittelalter auch als „Aussatz"" bekannt, war sowohl im Christentum als auch in anderen Religionen eine Krankheit, für die die betroffenen selbst verantwortlich gemacht wurden. Bestraft für ihre Sünden wurden sie von Gott mit Verstümmelungen gezeichnet und von der Gesellschaft ausgestoßen. Auch wenn die Aufklärung der letzten Jahrzehnte sehr erfolgreich war, ist die Bekämpfung dieses schrecklichen Stigmas immer noch eine wichtige Aufgabe jeder Lepraarbeit. Die Krankheit ist nach wie vor ein großes Problem in Indien. Dank der Arbeit vieler NGOs sowie der indischen Regierung ist die Zahl der Betroffenen zurückgegangen. Diese Tatsache hat jedoch dazu geführt, dass die Krankheit vernachlässigt und zeitweilig sogar bereits die Ausrottung der Lepra verkündet wurde.

Die gute Tat

Leprapatienten bemerken nicht, wenn sie sich verletzen. Sie treten in Dornen und Glassplitter, vor allem Frauen verbrühen sich beim Kochen oft mit heißem Wasser oder ziehen sich Verbrennungen durch heiße Pfannen zu. Die Wundbehandlung ist ohne hygienische Einrichtungen und ohne Verbandsmaterial schwierig. Als einzige Maßnahme wird oft nur ein alter Lappen um die Wunde gebunden. So sind denn auch die Folgen einer Infektion die häufigste Todesursache bei Leprakranken. Deshalb ist es so wichtig, dass die Wundversorgung zu Hause unterstützt wird.

Herausforderung

Alle Verbrauchsmaterialien der Gesundheitspflege sind knapp. Fehlen die Mittel, fällt eine der beiden jährlichen Ausgaben von Verbandsmaterial aus. Eine zusätzliche Herausforderung ist es, die Patienten zur regelmäßigen Pflege zu motivieren. Da sie aus ärmsten Verhältnissen kommen, ist das Problem der Wunden für sie zweitrangig. Solange keine Schmerzen vorhanden sind, kümmern sie sich oft nicht darum.

Ziel

Mit dem Verbandsset können die Leprakranken die Wundpflege zwischen den Krankenhausbesuchen selbst vornehmen. Zusammen mit der Medikamenteneinnahme werden sie geheilt. Ist die Krankheit früh genug erkannt und entsprechend behandelt worden, tritt eine vollständige Genesung ohne Verkrüppelungen und Behinderungen ein.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Verbandsmaterial für Leprakranke
Verbandssets werden angeschafft
Anzahl der Patienten, die mit einem Verbandsset versorgt werden konnten
Messbarer Rückgang der Infektionen bei Leprapatienten durch verbesserte Wundhygiene
Die Maßnahme steigert die Lebensqualität der Leprakranken. Sie erhalten Resozialisierung und Hilfe zur Selbsthilfe. Viele von ihnen können sich nach erfolgreicher Behandlung ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und sind wieder in die dörfliche Gesellschaft integriert.

 

Organisation
KALPAS
Vereinsregister-Nr.
Schweizer Verein (gibt keine Registernummern)
Zertifiziert durch
Sehr erfahrener Verein, der sich sehr stark auf ehrenamtliches Engagement stützt