Jugendarmut - den Teufelskreis der Abhängigkeit von Sozialleistungen unterbrechen

„Heute ist gestern vorbei“. Diese Feststellung machte ein 12-jähriges Kind aus dem Rollbergviertel, das einen Termin am Vortag versäumte. Was ist überhaupt ein Termin? Warum sollte ich pünktlich ankommen? Wie kommuniziere ich angemessen? Diese Grundlagen fehlen vielen Kindern und Jugendlichen im sozialen Brennpunkt Rollbergviertel in Berlin-Neukölln. Freiwillige Mentorinnen und Mentoren zeigen ihnen Chancen und Perspektiven auf und begleiten sie über Jahre auf ihrem Weg. Das Hauptziel ist es, den Kindern und Jugendlichen eine Tür zu Bildung und Berufswelt zu öffnen und sie zu stärken, damit sie aus dem Teufelskreis aus mangelnder Bildung, Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von Sozialleistungen sowie schlimmstenfalls Kriminalität bewusst ausbrechen können.

Hintergrund

Mitten in der deutschen Hauptstadt liegt das Rollbergviertel, das den letzten Platz unter 417 Planungsräumen im Sozialstrukturatlas Berlin belegt. Hier lebt 70 % der Bevölkerung von Transferleistungen. Das Hauptproblem im Rollbergquartier ist aber nicht Armut, sondern primär eine Bildungsferne in allen Bevölkerungsgruppen. Den Kindern fehlen Vorbilder, die ein von Arbeit strukturiertes Leben führen. Die Familien hier sind oft nicht in der Lage, ihre Kinder zu fördern. Ihnen fehlen die Sprachkenntnisse, sie können sich kaum mündlich ausdrücken, schreiben so gut wie gar nicht – gleichgültig, ob es sich um Familien mit oder ohne Migrationshintergrund handelt. In vielen Familien liegen zudem Probleme wie Alkoholmissbrauch oder häusliche Gewalt vor. Andere Familien legen Gebote und Verbote im Islam eng aus und die Welt reicht selten über die Großfamilie hinaus.

Die gute Tat

Durch die heutige gute Tat wird ein Kind im Rollbergkiez mit einem Tag Bildungsunterstützung gefördert. Das „Netzwerk Schülerhilfe Rollberg“ ist in seiner Konzeption auf die Belange von benachteiligten Kindern zugeschnitten. Es ist eine Mischung aus Nachhilfe- und Patenprojekt und greift die Themenschwerpunkte Bildung und soziale Kompetenz auf. Ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren versuchen, mit ihrem Engagement aufzubauen, was die Familien der Kinder nicht leisten können. Sie betreuen jeweils ein bis zwei Kinder, mit denen sie sich mindestens einmal in der Woche treffen - und das über einen längeren Zeitraum, oft sogar Jahre. Ganz regelmäßig und immer mit denselben Kindern. Aber die Mentoren sind noch mehr: Sie sind Vertrauensperson und für die Kinder Zugang zu Bildung, Kultur und Berufswelt – sie sind ihr „Mittelschichtkontakt“ in die Welt außerhalb des Kiezes und die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.

Herausforderung

Das Netzwerk startete 2003 mit der Betreuung von Grundschülern, da eine frühe Förderung entscheidend für den weiteren Weg ist. Aus diesen Grundschülern wurden Jahr für Jahr Oberschüler, die meist nicht auf ihre Mentoren verzichten wollen. Diesem Bedarf gerecht zu werden ist eine unserer derzeitigen Herausforderungen.

Ziel

Kindern aus armen Familien Alternativen anbieten

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Kinderarmut lindern
Kinder und Jugendliche aus dem Rollbergviertel erhalten eine wöchentliche Bildungsunterstützung und Betreuung durch eine Mentorin / einen Mentor
Anzahl der Kinder, die betreut werden
Anzahl der Kinder, deren schulische Leistungen sich verbessern
Die Jugendlichen finden Berufsausbildungsplätze. Der Teufelskreis aus mangelnder im sozialen Brennpunkt wird unterbrochen.

 

Organisation
Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14 e.V.
Vereinsregister-Nr.
VR 22942 /Amtsgericht Berlin
Zertifiziert durch
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