Bienensterben mit urbanen Bienenstöcken entgegenwirken

Weltweit ist ein rätselhaftes Bienensterben zu verzeichnen. Auch bei uns in Deutschland verschwinden die Honigbienen und viele Wildbienenarten langsam. Das Fehlen des zarten Bienensummens auf unseren Felder, Wiesen und Gärten bemerken wir kaum. Allerdings, wäre vielen Wissenschaftlern zufolge, eine Welt ohne Bienen für unsere Ernährung und die biologische Artenvielfalt undenkbar. Gerade in diesem Frühjahr konnte ein drastisches Bienensterben verzeichnet werden, was laut Studien der europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit in weiten Teilen auf den Einsatz von Pestiziden zurück zu führen ist. Die EU Kommission hat darauf reagiet und in diesem Sommer eine deutliche Beschränkung des Einsatzes von Pestiziden beschloßen. Das Einsatzverbot soll ab kommenden Januar gelten, doch schon jetzt haben Großkonzerne wie Bayer und BASF gegen das Verbot eine Klage eingereicht, denn sie verkaufen schließlich die Pestizide und erleiden dadurch einen Gewinneinbruch.

Hintergrund

80 % unserer heimischen Kultur- und Wildpflanzen und damit rund ein Drittel von allem, was wir so essen ist von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Bienen spielen auch bei Blumen, Kräutern und Sträuchern als Bestäuber eine wichtige Rolle und tragen erheblich zur Erhaltung der Artenvielfalt bei, weshalb ihr plötzliches Absterben in den letzten Jahren zu einem alarmierenden Umweltthema geworden ist. Neben den Menschen sind auch viele Tiere auf Bienen angewiesen: Nur wenn Pflanzen bestäubt werden, gibt es genug Samen und Beeren, von denen sich Vögel ernähren können. Auch Bienen selbst sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Jedes Bienenvolk liefert auf diese Weise im Laufe eines Jahres über 17 kg eiweißreiche Vogelnahrung. Das Verschwinden der Bienen ruft nicht nur ein enormes Ernährungsproblem für uns hervor, sondern bringt auch ein großes Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt mit sich.
Die Gründe für das Bienensterben sind vielschichtig. Die Zerstörung von Lebensräumen, eingeschleppte Krankheiten und Parasiten, Monokulturen in der Landwirtschaft, der Einsatz von Giften und andere Umweltbelastungen sind dabei die wichtigsten Elemente. Mehr als jedes vierte Bienenvolk überlebt die kalte Jahreszeit nicht. Da in der Stadt keine giftigen Pestizide eingesetzt werden und vielerlei Pflanzen blühen, finden die Bienen hier ein längeres und gesünderes Nahrungsangebot als ihre Artgenossen auf dem Land, wo meist im Sommer schon nichts mehr blüht. Was liegt da näher als die Strategie, die Honigbiene zu deren Rettung in der Stadt anzusiedeln? Auch Frankfurt kann Rückzugsgebiet für Bienen sein und mit nachhaltigem urbanen Imkern einen wichtigen Baustein zum Erhalt der Artenvielfalt in Ballungsgebieten liefern.

Die gute Tat

Die Bienen werden in Bienenkästen in Frankfurt am Main angesiedelt. Dabei werden Wild- und Honigbienenvölker angesiedelt. Insbesondere der Wildbienen bestand soll hierdurch längerfristig gestärkt werden.

Herausforderung

Nachhaltigkeit soll greifbar und begreifbar gemacht werden. Viele Stadtkinder und Erwachsene leben heute naturfern. Auch halten manche Menschen Bienen für gefährlich und sehen nicht, wie wichtig sie für den Erhalt unseres Lebensraumes sind.

Ziel

Einen bewussten Umgang mit dem Thema Biene im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Voraussetzungen schaffen, damit das Bienensterben gestoppt wird.

Notwendigkeit
Aktivität
Zählbare Leistung

Nach ca. 7 Monaten

Ergebnis

Nach ca. 3 Jahren

Systemrelevante Wirkung

Nach ca. 7 Jahren

Bienenbestände brauchen Verstärkung
Bienenvölker mit Behausungen werden anschafft und Nistmöglichkeiten für Wildbienen geschaffen
Anzahl der Bienenvölker; Anzahl der Kinder, die an Bildungsveranstaltungen teilgenommen haben
Anzahl der Bienenvölker im Folgejahr (die auf eine Erholung des Bestandes hinweist)
Schutz der Wild- und Honigbiene. Einstellung der Stadtbevölkerung gegenüber Bienen positiv beeinflussen

 

Organisation
FINE Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung e.V. - Projekt Bienenretter
Vereinsregister-Nr.
VR 14538/ Amtsgericht Frankfurt am Main
Zertifiziert durch
Initiative Transparente Zivilgesellschaft
Auszeichnungen:
Deutsche UNESCO Kommission: Offizielles Projekt 2012/2013 der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Auszeichnung für Bürgerschaftliches Engagement von Das Örtliche und Focus online: "Der Ideale Ort." Landessieger Hessen 2012
TZ