2011 – Tag 19


Im bergigen Bundesstaat Jujuy, einer der ärmsten Provinzen Argentiniens, leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie besitzen das Land nicht, welches sie seit Jahrhunderten bestellen. Seit seiner Gründung im Jahre 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte in mittlerweile 200 Gemeinden ein.

In den Dörfern herrscht bittere Armut. Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Strom und Wasser, aber auch der Besuch einer Schule sind fast unerschwinglich. Deshalb ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Gemeinden ein weiterer Schwerpunkt von COAJ. Ergänzt wird die Basisarbeit durch Lobbyarbeit auf Provinz- und Landesebene und juristische Vertretung bei Rechtsstreitigkeiten.

Ziel des aktuellen Projekts ist es, etwa 65.000 Personen ihre grundlegenden Menschenrechte zu garantieren. Dabei geht es um ausreichende und gesunde Ernährung, das Recht auf Arbeit, die persönliche und die Gemeindeentwicklung, den Schutz vor Vertreibung und um eine intakte Umwelt. Eine zentrale Maßnahme ist die dreijährige Fachschulausbildung für Gemeindevertreter. Diese werden befähigt, Bedürfnisse zu erheben, Einnahmechancen zu identifizieren und Förderanträge zu stellen. Und sie werden in die Lage versetzt, auf der Basis von Dorfentwicklungsplänen Verhandlungen mit Nachbargemeinden, staatlichen Akteuren und Privatunternehmen zu führen mit dem Ziel, ihre Interessen erfolgreich durchzusetzen.

Der Weltfriedensdienst ist ein Mitglied der Initiative Transparente Gesellschaft, und Träger des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) Spenden-Siegels.