2011 – Tag 14


„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist,
werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann“

Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree

Das indigene Volk der Kichwa lebt in der erdölreichen Gemeinde Sarayacu in Ecuador, die diverse Erdölkonzerne gerne erschließen würden. Auch wenn das Landrecht, das die Kichwa in diesem Gebiet besitzen, eigentlich nur für die Oberfläche gilt und das Öl somit rein rechtlich dem Staat gehört, wehren sie sich gegen die geplante Erdölförderung. Die Kichwa wissen, dass geborstene Pipelines und verseuchte Bohrlöcher andernorts in Ecuador schon viel Natur zerstört haben. Deshalb widerstehen sie den Versprechungen der Konzerne, die ihnen einen besseren Lebensstandard in Aussicht stellen, und wollen stattdessen ihre eigenständige Kultur bewahren. Die Ölkonzerne geben jedoch nicht so schnell auf.

Um sich dennoch weiterhin vor ihrem Eindringen zu schützen und darauf aufmerksam zu machen, dass die Zerstörung des Waldes auch einen Lebensraum für Menschen mit einer einzigartigen Kultur vernichtet, hat die Gemeinde Sarayacu das Projekt „Lebende Grenze“ begonnen. Rund um ihr Stammesgebiet pflanzen die Bewohner bunt blühende Obst- und Medizinbäume an, um sich vor den Ölkonzernen zu schützen. Inzwischen ist schon eine Strecke von 30km in 16 Gebieten mit verschiedenen Bäumen bepflanzt worden. Mehr als 5000 Setzlinge wurden bisher in der eigenen Baumschule gezogen und gepflanzt, die ältesten unter ihnen sind nun schon zu bis zu sechs Meter hohen Bäumen herangewachsen.

Durch die heutige gute Tat wird es den Indigenen ermöglicht, eine weitere Pflanze im Rahmen ihres Projekts „Lebende Grenze“ zu setzen, um so diese Grenze zu erweitern.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat die Unterstützung des Projektes organisiert. Der Verein setzt sich darüber hinaus auch politisch für die Rechte von bedrohten Völkern ein und ist besonders stark in der Analyse der unterschiedlichen Problemsituationen in denen sich weltweit bedrohte Völker befinden.